Hauptstadtflughafen BER:Auch unter den Kritikern keine ernstzunehmenden Experten

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Die Bauleute versichern aber, dass dieser Flughafen zu Ende gebaut werden kann. Und es gibt auch unter den Kritikern keine ernstzunehmenden Experten, die das Gegenteil begründen können. Die Verantwortlichen auf der Baustelle um den respektierten Technik-Chef Jörg Marks haben mit viel Sorgfalt Pläne entwickelt, damit der Bau am Ende auch genehmigt werden kann. Diese Sorgfalt wird auch von den Genehmigungsbehörden anerkannt, mit denen man eng kooperiert. Marks und sein Team kamen zuletzt sogar voran, wenn auch weniger als erhofft. Es gab im Frühjahr und bis in den Sommer hinein gute Nachrichten, die kleine Fortschritte bedeuteten. Wer die Baustelle besuchte, konnte beobachten, wie angepackt wurde, mit einem Plan.

Fast alle diese Arbeiten widmen sich allein den Altlasten. So nennt man auf der Baustelle die Fehler aus den Anfangsjahren, obwohl der Bau doch eigentlich ein Neubau ist. Längst spricht der Bauleiter von einer Sanierung im Bestand, die eben schwieriger ist als ein reiner Neubau. So eine Altlast sind etwa die zu schweren Ventilatoren in der Decke des Hauptterminals, die in der letzten Woche zu einem Baustopp führten, der faktisch die Baustelle offenbar nicht allzu sehr zurück warf, weil die wichtigen Bauarbeiten gerade woanders laufen.

Die Ventilatoren wurden 2012 eingebaut, als für die dann geplatzte Eröffnung alles ganz schnell gehen sollte. Auch bei den etwa 600 falsch gebauten Wänden handelt es sich um eine Altlast. Inzwischen stellte sich zudem heraus, dass dieses Problem den Beteiligten längst bekannt war, daran auch schon gearbeitet wird.

Es warten noch einige peinliche Entdeckungen

Es werde noch weitere schlechte Nachrichten gebe, warnt Flughafen-Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld. Es ist gerade die Aufgabe seines Teams, sie zu entdecken und abzuarbeiten. Es muss das Ziel dieses Projekts sein, aus den Trümmern der Katastrophe Schritt für Schritt einen passabel funktionierenden Flughafen zu schaffen - im Wissen darum, dass auf dem Weg noch einige peinliche Entdeckungen warten.

Ob man den Eröffnungstermin im Herbst 2017 dabei halten kann, wird da fast zur Nebensache. Zu oft schon ist bei diesem Projekt der Fehler gemacht worden, etwas erzwingen zu wollen, das der Stand der Baustelle nicht hergab. Der Berliner Regierungschef Michael Müller hat in seinen ersten Monaten im Amt mit einem sachlichen Regierungsstil viel Anerkennung erworben, indem er Fehler benannte und nicht weg reden wollte. Er ist außerordentlich populär. Dies ist nun sein schwierigstes Projekt. Es braucht aber weder Machtworte noch aufgeregte Diskussionen, keine große Lösung und auch keine harten Schnitte, erst recht keinen Abbruch. Nötig ist ein beharrliches Abarbeiten der unzähligen Pannen. Für Müller wird die erste große Bewährungsprobe als Regierender Bürgermeister darin liegen, diesen Prozess mit jener Nüchternheit zu managen, die ihn im neuen Amt bisher auszeichnete.

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