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Hauptstadtflughafen BER:Kritik an Mehdorns "Alleingängen"

Wird der Berliner Flughafen vielleicht doch schon bald fertig? Berlin und Brandenburg weisen die Warnung des Flughafenchefs Hartmut Mehdorn vehement zurück, wonach erst 2016 mit einer Eröffnung zu rechnen sei - und erinnern ihn an seine eigentliche Aufgabe.

Die neuen Komplikationen am Hauptstadtflughafen BER haben massive Spannungen zwischen dem Land Brandenburg und dem Vorstand der Flughafengesellschaft FBB, Hartmut Mehdorn, ausgelöst. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wehrte sich in deutlichen Worten gegen Vorwürfe Mehdorns. Er warnte vor "medialen Alleingängen". Zugleich widersprach Woidke den Darstellungen Mehdorns.

Der Flughafen-Chef hatte am Montag in einem Schreiben an die Landesregierungen massive Verzögerungen bei der Sanierung einer Startbahn des Flughafens beklagt und gewarnt, dass "beim Eintreten weiterer unvorhersehbarer Ereignisse" der Flughafen erst 2016 in Betrieb genommen werden könnte. Noch im Januar hatte Mehdorn versprochen, dass er alles tun werde, um eine Eröffnung 2015 zu ermöglichen. In einem Spitzengespräch am Donnerstag wollen der Aufsichtsratschef, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, Woidke und Mehdorn über die Probleme beraten. Sprecher beider Länder wiesen Mehdorns Warnungen zurück, wonach mit weiteren Verzögerungen zu rechnen sei.

Kein ausreichender Lärmschutz für mehr als 4000 Anwohner

Im aktuellen Streit geht es um die Sanierung der Startbahn Nord des alten Schönefelder Flughafens, die künftig vom neuen Flughafen genutzt werden soll. Mehdorn will die Startbahn sanieren lassen, bevor der BER in Inbetrieb geht . Dafür müsste in der Sanierungsphase der aktuelle Flugbetrieb über die südliche Startbahn laufen, die bereits zum neuen Flughafen gehört. Hier aber gibt es für mehr als 4000 Anwohner noch keinen ausreichenden Lärmschutz. Bis das geklärt ist, muss die Sanierung der Nordbahn verschoben werden.

Mehdorn beklagte, dass die Genehmigungsbehörde durch "kurzfristig ergangene Vollzugshinweise" erhebliche Verzögerungen ausgelöst habe. Er hat offenbar den Eindruck, dass die Auflagen für die Flughafengesellschaft FBB zunehmend strenger werden und kritisiert die Landesregierung. Brandenburgs Regierungschef Woidke korrigierte Mehdorns Bewertung und stellte sich hinter die Verwaltung. "Es steht nicht im Belieben der Geschäftsführung der FBB, die Rechtslage frei zu interpretieren", sagte Woidke. Die Regelungen entsprächen dem gültigen Recht. Die Auffassung der Landesregierung und die Rechtslage seien "in puncto Lärmschutz "einhundertprozentig kongruent".