Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg:Verzögerung, Teil drei

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Für den neuen Hauptstadtflughafen zeichnet sich das nächste Debakel ab. Die Eröffnung wird wohl ein weiteres Mal verschoben. Die ersten Flieger werden somit nicht ab dem kommenden Frühjahr, sondern erst im Herbst 2013 starten und landen können.

Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin-Schönefeld (BER) wird voraussichtlich nochmals um etwa ein halbes Jahr verschoben. Als Termin für die Inbetriebnahme ist nach Medienberichten nun der Herbst 2013 vorgesehen. Ein entsprechender Beschluss soll auf einer Aufsichtsratssitzung des Flughafens an diesem Freitag gefasst werden.

Flughafen Berlin Brandenburg

Bislang glänzt nur die Fassade: Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg wird sich wohl noch ein weiteres Mal verzögern.

(Foto: dpa)

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat einem Medienbericht zufolge die erneute Verschiebung des Eröffnungstermins für den künftigen Hauptstadtflughafen bestätigt. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH sagte dem Tagesspiegel, dass der neue Technikchef Horst Amann vorschlagen werde, den Großflughafen nicht im März 2013, sondern später zu eröffnen. Am Freitag solle auf einer vorgezogenen Aufsichtsratssitzung darüber debattiert und über den neuen Starttermin im Oktober 2013 entschieden werden.

Dass bereits am Freitag statt erst am 14. September der neue Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen bestimmt werden soll, hatte zuvor auch Flughafensprecher Ralf Kunkel bestätigt. Meldungen, wonach der Aufsichtsrat dann den 27. Oktober 2013 für die Eröffnung festlegen will, wurden dagegen von Kunkel und Aufsichtsratskreisen weder bestätigt noch dementiert.

Zuvor hatten der Rundfunksender RBB und die Berliner Morgenpost unter Berufung auf Aufsichtsratskreise übereinstimmend von der erneuten Verzögerung berichtet. Die Nachrichtenagentur dpa bestätigte die Berichte.

Es wäre bereits die dritte Verschiebung der Flughafen-Eröffnung. Der Flughafen BER sollte eigentlich im Juni in Betrieb genommen werden. Wegen Problemen beim Brandschutz war die Eröffnung schon einmal auf März 2013 verschoben worden.

Die Probleme auf der Baustelle in Schönefeld nehmen indes nicht ab. Die Brandschutzanlage funktioniere immer noch nicht, berichtete die Zeitung. Die Bauarbeiten ruhten derzeit fast vollständig. Amann wolle, um weiteres Chaos auf der Baustelle zu vermeiden, erst alle Planungen für das Milliardenprojekt aktualisieren, erfuhr die Berliner Morgenpost aus Regierungskreisen.

Bauarbeiten sollen erst "in einigen Wochen" wieder beginnen

Am Freitag inspizierten demnach Experten des Bundesverkehrsministeriums unter Ministerialdirektor Michael Odenwald den Flughafen. Dabei habe Amann deutlich gemacht, dass die Bauarbeiten erst "in einigen Wochen" wieder voll aufgenommen würden, berichtete die Zeitung. Zuvor seien Probleme wie die richtige Belegung von Kabeltrassen zu lösen und weitere Anlagentests nötig. Derzeit werde nur noch an den Pavillons für den Check und für die Flugsicherheitskontrollen gebaut.

Der Verkehrsausschuss des Bundestags will die Baustelle am 12. September besichtigen, auf der nach wie vor die Brandschutzanlage die größten Probleme bereitet. Die technischen Abläufe funktionierten auch deshalb nicht, weil die Planungen der Firmen nicht aufeinander abgestimmt seien, hieß es in dem Zeitungsbericht. Die Pläne seien nicht einmal vollständig. Auch seien bis zum 15. Juli lediglich 15 von 140 Notfall-Szenarien erfolgreich geprüft worden. Zudem arbeiteten Teile der Gepäckausgabe und Gepäckförderanlage nicht.

Wegen der Verzögerungen hatte der Flughafen zuletzt mit Mehrkosten von gut 1,1 Milliarden Euro gerechnet. Auf der kommenden Aufsichtsratssitzung soll auch über ein neues Finanzierungskonzept beraten werden. Gesellschafter des Flughafens sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund. Im August hatte der Aufsichtsrat beschlossen, die drohende Zahlungsunfähigkeit des Flughafens mit einer Finanzspritze abzuwenden. Amann, der neue Technikchef des Flughafens, hat in den vergangenen Wochen versucht, sich ein genaues Bild von der Lage am halbfertigen Flughafengebäude zu machen. Vieles muss neu geplant werden. Vor allem auf Amanns Einschätzung dürfte sich der Aufsichtsrat bei seinen Entscheidungen am Freitag stützen.

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