Hannover (dpa/lni) - Erneut ist in Niedersachsen in einem Nutztierstall die Geflügelpest ausgebrochen. Wie das Landwirtschaftsministerium am Dienstag in Hannover mitteilte, wurde vom Friedrich-Loeffler-Institut das für Tiere hoch ansteckende Virus H5N8 in einem Mastputenbetrieb mit 13 000 Tieren im Landkreis Oldenburg festgestellt. Die Puten müssen nun getötet werden.
Der Landkreis hat einen Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb eingerichtet. Am Montag mussten bereits im Nachbarlandkreis Cloppenburg 17 000 Puten wegen der Geflügelpest getötet werden.
Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) stellte inzwischen den Tierseuchenkrisenfall für Niedersachsen fest. Damit wurde unter anderem im Ministerium ein Krisenzentrum eingerichtet und beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ein Krisenkoordinierungsstab.
Seit November ist das Virus in deutschen Küstenländern aufgetaucht. Es wurde bei bislang 45 Wildvögeln in Niedersachsen nachgewiesen. In vielen Landkreisen gilt bereits eine Stallpflicht für Geflügel. Niedersachsen hat rund 100 Millionen Stück Geflügel inklusive Hobbyhaltungen. Vor vier Jahren gab es zuletzt einen größeren Ausbruch der aggressiven Vogelgrippe in Niedersachsen, der allein bei der Tierseuchenkasse mit einem Schaden von rund 17 Millionen Euro zu Buche schlug.
