Hannover (dpa/lni) - In Niedersachsen gibt es nach Angaben der Architektenkammer große Unterschiede bei den Bearbeitungszeiten von Bauanträgen. Bei rund einem Viertel der Bauanträge habe die Bearbeitung sechs Monate oder mehr in Anspruch genommen, teilte die Kammer am Dienstag mit. Bei einem weiteren Viertel sei das Verfahren innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen, wie eine Umfrage unter Antragsstellern ergeben habe. Bei der Umfrage wurden den Angaben zufolge 1 390 Antragssteller, die Mitglieder der Architektenkammer Niedersachsen seien, zwischen dem 30. September und 28. Oktober zu ihren Erfahrungen in den Jahren 2018 und 2019 online befragt.
Zwar seien Mitarbeiter meist sehr engagiert, ihre Ämter seien allerdings oft unterbesetzt, hieß es. Die Corona-Krise habe die Situation verschärft. „Die Auswirkung ist, dass die Bauherren nicht verlässlich planen können. Das verursacht hohe Bereitstellungskosten und behindert Projektplanungen und den Bauablauf“, sagte Kammerpräsident Robert Marlow. Mit einer festgeschriebenen Höchstdauer für die Bearbeitung von Anträgen könne man die Planbarkeit für Bauherren verbessern und Kommunen dazu bringen, mehr Stellen bereit zu stellen.
