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Handwerk:Energiewende verändert im Schornsteinfeger-Beruf

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Wenn niemand mehr mit Öl und Gas heizt, ist das gut fürs Klima, aber vielleicht weniger gut für die Schornsteinfeger, mag man meinen. Doch das Handwerk sieht sich gut aufgestellt.

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Rostock (dpa/mv) - Die Schornsteinfegerbranche in Mecklenburg- Vorpommern lotet ihre Chancen für eine Weiterentwicklung in Zeiten der Energiewende aus. Der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen Gas und Öl durch das Inkrafttreten des neuen Gebäudeenergiegesetzes bis 1. Januar 2045 werde die Veränderungen noch schneller vorantreiben. „Das Schornsteinfegerhandwerk ist aktuell schon im wahrscheinlich größten Transformationsprozess“, sagte Jörg Kibellus, Landesinnungsmeister der Schornsteinfeger-Innung MV, der Deutschen Presse-Agentur.

Aber die Schornsteinfeger seien auch für die Zukunft gewappnet und hätten sich in den Bereichen Energieberatung, Lüftung und vorbeugender Brandschutz bereits gut aufgestellt. „Für den Bereich Wärmepumpen und andere neuer Wärmeerzeugungsanlagen stehen wir aber ebenso bereit.“ Das werde notwendig sein, da sich das System Schornsteinfegerhandwerk perfekt nutzen lasse, um den Stand der Heizungsanlage, die Austauschbedingungen, aber auch die tatsächliche Effizienz festzustellen, betonte Kibellus anlässlich der Innungsversammlung am Mittwoch in Rostock.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll laut Bundesregierung einen wesentlichen Beitrag für mehr Klimaschutz in Gebäuden leisten. Es zielt darauf ab, durch einen Austausch von Öl- und Gasheizungen Schritt für Schritt das Heizen in Deutschland weniger klimaschädlich zu machen. Das Gesetz sieht vor, dass künftig jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Das Gesetz gilt ab 2024 unmittelbar erst einmal nur für Neubaugebiete.

In MV ist bei Gasheizungen wenig von einem Rückgang zu spüren. „Aktuell eher das Gegenteil“, so Kibellus. Seit Bekanntgabe, dass es ein neues GEG geben soll und mit den am Anfang noch anders geplanten Auflagen der 65 Prozent erneuerbaren Energien, sei der Einbau von Gasheizungen als Austausch im Bestand stark nach oben gegangen. Das werde sicher bis Jahresende so bleiben. „Hier gibt es einen hohen Aufwand für die Kollegen hinsichtlich der Bewältigung der Beratungen und Abnahmen.“

Bei dem Innungstreffen stehen auch Ausbildung und Nachwuchs als Themen an. Zum 1. August dieses Jahren fingen 14 Auszubildende ihr 1. Lehrjahr im Schornsteinfegerhandwerk in MV an. In allen Lehrjahren gebe es knapp 40 Azubis, die am Ende auch für die Fachkräftesicherung benötigt würden, so der Innungsmeister.

Mit der Tariferhöhung zum 1. Januar erhielten die Auszubildenden im ersten Lehrjahr 900 Euro, im zweiten 1000 und im dritten Lehrjahr 1100 Euro im Monat. Kibellus: „Sowohl in der Ausbildung, als auch später als Gesellen erhalten die Schornsteinfeger in Ost und West gleichen Lohn und auch Mann und Frau sind gleichgestellt.“

© dpa-infocom, dpa:231018-99-605060/2

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