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Handelsstreit:Trump will Zölle auf China-Importe in Höhe von 200 Milliarden Dollar

An employee works on an assembly line producing automobiles at a factory in Qingdao

Fabrik in Qingdao: Auch auf Zwischenprodukte wie Fahrzeugteile sollen Zölle erhoben werden

(Foto: REUTERS)
  • US-Präsident Trump könnte am Montag den Handelsstreit mit China eskalieren und Importe in Höhe von 200 Milliarden Dollar mit Zöllen belegen.
  • Damit wären rund die Hälfte der Importe von zusätzlichen Zöllen betroffen und würden in den USA teurer.

Mitarbeiter des Weißen Hauses streuen die Nachricht in US-Medien: Anfang nächster Woche könnte US-Präsident Donald Trump neue Zölle gegen China verkünden. Importe in Höhe von 200 Milliarden Dollar sollen betroffen sein, mit Zöllen von zehn Prozent. Das war bisher nur eine Drohung, und eigentlich sollten gerade neue Handelsgespräche zwischen Peking und Washington aufgenommen werden.

Kommen die Zölle tatsächlich, eskaliert der Handelsstreit zwischen den USA und China. Denn bisher sind nur 50 Milliarden Dollar mit Zöllen belegt. Sind künftig insgesamt 250 Milliarden Dollar von zusätzlichen Zöllen betroffen, werden viel mehr Produkte teurer für Amerikas Firmen und Verbraucher. Im Jahr 2017 haben die USA Waren im Wert von 500 Milliarden Dollar aus China importiert, fast die Hälfte wären also von Zöllen betroffen.

Bisher hat China auf neue US-Zölle stets mit Abgaben in gleicher Summe reagiert. Das wäre jetzt nicht mehr möglich: Im Vorjahr hat das Land lediglich 130 Milliarden Dollar für US-Produkte ausgegeben. China könnte von den 200 Milliarden Dollar also lediglich rund 80 Milliarden Euro nachziehen, wenn man das Handelsvolumen des Vorjahrs zugrunde legt.

Die US-Verbraucher werden die 200-Milliarden-Dollar-Zölle spüren, prognostiziert eine Berechnung der Denkfabrik Peterson Institute for International Economics. Denn um Importe in dieser Größenordnung zu erreichen, müssen viele stark nachgefragte Güter mit Zöllen belegt werden. Die entsprechende Liste ist bereits öffentlich (PDF). Besonders betroffen sind Computer und Möbel, so das Peterson Institute, zudem Lampen und Reisekoffer, aber auch Staubsauger, Küchengeräte und Kühlschränke.

© SZ.de/bbr/doer

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