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Handelsstreit:EU und USA machen gegenseitige Zugeständnisse

Donald Trump

Überraschend präsentieren US-Präsident Trump und EU-Kommissionschef Juncker eine Einigung.

(Foto: AP)
  • US-Präsident Trump und EU-Kommissionschef Juncker vereinbarten bei einem Krisentreffen im Weißen Haus, Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter zu beginnen.
  • Zudem wolle man gemeinsam an einer Reform der Welthandelsorganisation arbeiten, erklärte Juncker.
  • Juncker war nach Washington gereist, um eine weitere Eskalation des Handelsstreits abzuwenden. Die USA hatten bereits Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt.

US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker haben sich bei ihrem Gespräch über die Handelspolitik überraschend angenähert. Trump erklärte, die EU werde mehr Soja und Flüssiggas importieren. Auch sei geplant, bei Industriegütern die Zölle ganz zu streichen. Einen intensiveren Handel soll es demnach auch in den Bereichen Dienstleistungen, Chemie, Pharma und bei Medizinprodukten geben.

Die USA und die EU würden zudem gemeinsam an einer Reform der Welthandelsorganisation WTO arbeiten. Beide Seiten wollten zunächst auf neue Zölle verzichten, so lange es diese Verhandlungen gebe, sagte Juncker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Unternehmen, Verbraucher und Finanzmärkte können damit weltweit erst einmal aufatmen. Die Eskalation bleibt aus. "Es ist ein großer Tag für den Freihandel", betonte Trump. Er sprach sogar vom Beginn einer "neuen Phase" in den Beziehungen zur EU. Juncker lobte den Präsidenten für ein sehr produktives Treffen. "Danke, Donald", sagte er.

Trump stört aktuell, dass die USA allein im Warenverkehr mit der EU ein jährliches Defizit von zuletzt 151 Milliarden Dollar aufweisen. Er sieht darin einen Beleg, dass die geltenden Handelsverträge sein Land benachteiligen. EU-Staaten wie Deutschland argumentieren dagegen, dass die Amerikaner vor allem deshalb so viel bei Europäern kaufen, weil sie deren Produkte schätzen.

Bis zu Beginn des Treffens schien eine Einigung unwahrscheinlich. Trump hatte den Europäern noch mit zusätzlichen Zöllen auf Autoimporte gedroht. Die für die Handelspolitik zuständige EU-Kommission kündigte daraufhin Gegenmaßnahmen an.

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