Dreißig Prozent – das war schon ein gehöriger Schock, als diese Zahl am Samstagnachmittag in Brüssel bekannt wurde. Um 14.31 Uhr Ortszeit veröffentlichte Donald Trump auf seiner Nachrichtenplattform Truth Social den Brief, den er tags zuvor an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geschrieben hatte. „Dear Madam President“, hieß es darin zunächst sehr höflich, bevor dann ein paar Zeilen weiter der Hammer herabdonnerte: Vom 1. August an, so teilte der US-Präsident mit, würden alle Güter aus der EU bei der Einfuhr in die USA mit einem Zoll von 30 Prozent belegt werden. Sollten die Europäer darauf mit Vergeltungszöllen antworten, würden sich die amerikanischen Zölle noch um den gleichen Betrag erhöhen. „Hochachtungsvoll“, so endete der Brief, „Donald J. Trump“.
HandelsstreitEuropa will lieber mit Trump reden als zurückschlagen
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Die Ankündigung des US-Präsidenten, alle Importe aus der EU mit Zöllen in Höhe von 30 Prozent zu belegen, ist unerwartet harsch. In Brüssel interpretiert man sie jedoch als Verhandlungstaktik – und hofft, bis zum 1. August ein Abkommen aushandeln zu können.
Von Hubert Wetzel, Markus Balser und Alexander Hagelüken, Brüssel/Berlin
