Handel Edeka und Rewe einigen sich bei Tengelmann-Übernahme

Edeka und Rewe haben sich über die Zukunft von Kaiser's Tengelmann geeinigt.

(Foto: dpa)
  • Seit mehr als zwei Jahren streiten Edeka und Rewe über den Verkauf der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann.
  • Jetzt gibt es eine Einigung über die Aufteilung der Filialen und den Kaufpreis. Diese muss allerdings noch geprüft werden, unter anderem vom Wirtschaftsministerium und dem Bundeskartellamt.

Die Supermarktketten Edeka und Rewe haben sich über die Zukunft von Kaiser's Tengelmann geeinigt. Der Vertrag soll im Laufe des Tages dem Bundeswirtschaftsministerium zur Prüfung vorgelegt werden, teilten beide Unternehmen mit. Es geht um die Übernahme von insgesamt 66 Filialen durch Rewe, ein Großteil davon in Berlin. Dort übernimmt die Kette auch Lager und Verwaltung, in Brandenburg gehen die Tengelmann-Fleischwerke in Perwenitz an Rewe über.

Bevor diese Übernahme endgültig besiegelt werden kann, fehlen allerdings noch wichtige Schritte. Zunächst muss Wirtschaftsminister Gabriel prüfen, ob die Auflagen seiner Ministererlaubnis durch den neuen Vertrag erfüllt sind. Auch das Kartellamt muss dem Kompromiss noch zustimmen. Bevor die Ministererlaubnis für die Übernahme schließlich greifen kann, muss Rewe dann seine Klage dagegen beim OLG Düsseldorf zurückziehen. Das könnte am Montag passieren.

Sigmar Gabriel sagte, er sei zuversichtlich, dass die Ministererlaubnis in der nächsten Woche vollzogen werden könne. Die 15 000 Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann müssten "jetzt nicht länger um ihren Arbeitsplatz bangen". Die Ministererlaubnis sichert ihnen bei einer Übernahme eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie zu.

Edeka wollte Tengelmann komplett übernehmen, Rewe klagte

Der Streit um die Tengelmann-Märkte zieht sich schon seit mehr als zwei Jahren hin. Tengelmann-Chef Karl Erivan Haub wollte seine Märkte eigentlich als Ganzes an Edeka verkaufen. Konkurrent Rewe hätte das Nachsehen gehabt. Doch dann legte das Bundeskartellamt sein Veto gegen die Pläne ein. Damit war der Streit allerdings nicht entschieden: Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel griff ein und überstimmte die Wettbewerbshüter mit der sogenannten Ministererlaubnis.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf wiederum legte diese Ministererlaubnis nach einer Klage von Rewe auf Eis. Eine Schlichtung unter Leitung von Altkanzler Gerhard Schröder brachte die zerstrittenen Konkurrenten schließlich wieder an einen Tisch.

Kartellgericht geht auf Gabriel los

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