Halbleiterindustrie Infineon spürt Abkühlung

Der Gewinn ist gestiegen, aber der Chiphersteller spricht nun von einer schwächeren Nachfrage.

Von Caspar Busse

Deutschlands größer Halbleiterproduzent Infineon spürt eine erste Abkühlung der weltweiten Konjunktur. Zwar ist im abgelaufenen Quartal, also von Oktober bis Dezember 2018, der Gewinn noch einmal deutlich gestiegen. Doch die Aussichten werden schlechter, vor allem die Nachfrage aus der Automobilindustrie als auch aus China nehme ab. "Wir haben die Herausforderungen eines schwieriger werdenden Umfelds bislang gut gemeistert", sagte Infineon-Chef Reinhard Ploss. Das Umfeld habe sich "spürbar abgekühlt", sagte Finanzchef Dominik Asam, der im April in gleicher Funktion zu Airbus wechselt. Nun würden vorsichtshalber die Investitionen um 100 bis 200 Millionen Euro reduziert. Davon seien vor allem Fertigungsanlagen betroffen. Die Erweiterung des Standorts Villach in Österreich bleibt davon indes unberührt sowie solche Fertigungen, die für die strategische Ausrichtung wichtig seien. In Österreich wird für 1,6 Milliarden Euro ein neues Werk gebaut.

Die Infineon-Aktie ging am Dienstag zunächst nach unten, erholte sich im weiteren Tagesverlauf allerdings wieder. Die Münchner liefern unter anderem Halbleiter für Autos. In Elektrofahrzeugen, noch dazu in autonom fahrenden, werden deutlich mehr Chips gebraucht als in solchen mit herkömmlichen Antrieben. Zudem zählen die Energie-, die Mobilfunk- sowie die Sicherheitsbranche zu den wichtigen Kunden. Auch andere große Chiphersteller hatten zuletzt ihre Aussichten nach unten korrigiert. Infineon gilt dabei noch als relativ optimistisch. Der Umsatz soll um etwa neun Prozent steigen.