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Datenschutz:H&M soll im großen Stil persönliche Mitarbeiterdaten gesammelt haben

H&M Filiale in München, 2019

Eine H&M Filiale in München. Der Konzern stand bereits im vergangenen Jahr wegen Datenschutzverstößen in der Kritik.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Der Modehändler H&M steht wegen Verstößen gegen Datenschutz im großen Stil erneut in der Kritik.
  • Die FAZ berichtet von einer umfassenden Ausforschung "ohne vergleichbares Beispiel".

Der schwedische Modekonzern H&M soll private Daten seiner Mitarbeiter im großen Stil gesammelt und gespeichert haben. Das berichtete die FAZ am Samstag. Laut dem Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, den die FAZ zitiert, enthalten die Daten "detaillierte und systematische Aufzeichnungen von Vorgesetzten über ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer". Dabei soll es sich auch um Gesundheitsdaten und Daten aus dem familiären Umfeld von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern handeln, wie zum Beispiel familiäre Streitigkeiten.

Die Datenschutzbehörde in Hamburg (dort hat die Deutschlandzentrale von H&M ihren Sitz), hat nun laut FAZ ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Nach einer Untersuchung hatte sich der Verdacht der Spionage erhärtet. Die Datenschützer sagten in dem Bericht: "Das qualitative und quantitative Ausmaß der für die gesamte Leitungsebene des Unternehmens zugänglichen Mitarbeiterdaten zeigt eine umfassende Ausforschung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den letzten Jahren ohne vergleichbares Beispiel ist."

Aus Zufall sollen Mitarbeiter des Kundezentrums, das für H&M in Deutschland und Österreich zuständig ist, auf Ordner mit dem privaten Material gestoßen sein, das offen zugänglich war. H&M sagte laut dem Bericht, man nehme den Vorfall ernst und bedaure ihn aufrichtig. Der Vorfall befinde sich in jursitischer Prüfung.

Es ist nicht das erste Mal, dass H&M wegen seiner Personalpolitik in der Kritik steht. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte dem Modehändler bereits im Dezember Verstöße gegen Datenschutzbedingungen wegen des unerlaubten Speicherns persönlicher Daten von Mitarbeitern am Standort des Kundenzentrums in Nürnberg vorgeworfen. Auch damals hieß es von Konzernseite, der Vorfall werde ernst genommen.

© SZ.de/sks
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