Gute Quartalszahlen Telekom wächst wieder

In drei Monaten hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 1,5 Millionen Kunden gewonnen: Die Deutsche Telekom ist erstmals seit Jahren wieder aus eigener Kraft gewachsen - vor allem dank des starken US-Geschäfts. Das Wachstum hat allerdings seinen Preis.

Dank zahlreicher neuer Kunden in den USA und in Europa ist die Deutsche Telekom im zweiten Quartal erstmals seit Jahren wieder aus eigener Kraft gewachsen. "Wir erleben einen Kundenansturm auf beiden Seiten des Atlantiks", teilte Telekom-Chef René Obermann mit. Konzernweit habe das Unternehmen mehr als 1,5 Millionen Kunden gewonnen. Allein die Tochter in den USA habe 688.000 neue Vertragskunden an sich binden können.

Das Wachstum hat allerdings seinen Preis. Weil der Konzern in den USA eine halbe Milliarde Euro mehr für die Kundengewinnung ausgeben will, reduzierte er die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr. Statt eines operativen Ergebnisses (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 18 Milliarden Euro werden nun nur etwa 17,5 Milliarden Euro erwartet. Auch die Prognose für den Einnahmeüberschuss in diesem Jahr wurde gesenkt - auf 4,5 Milliarden Euro von bislang fünf Milliarden.

Die Telekom hatte ihre Mobilfunk-Tochter T-Mobile US im Frühjahr nach langen Verhandlungen mit dem Konkurrenten MetroPCS zusammengelegt. Das neue Unternehmen, an dem die Telekom drei Viertel der Anteile hält, fließt seit Anfang Mai komplett in die Geschäftszahlen ein.

Die US-Fusion hatte noch einen anderen positiven Effekt: Der Umsatz des 230.000 Mitarbeiter starken Konzerns stieg um mehr als fünf Prozent auf knapp 15,2 Milliarden Euro. Dieser Wert liegt über den Erwartungen der Analysten, sie hatten nur mit 14,4 Milliarden Euro gerechnet.

Insgesamt überraschen die neuen Zahlen, denn der Start in das Jahr 2013 war bei der Telekom eher verhalten ausgefallen. Im ersten Quartal sank der Umsatz des Konzerns um knapp fünf Prozent, auch beim operativen Ergebnis gab es ein Minus von gut vier Prozent.

Auf dem deutschen Markt sieht sich die Telekom mit einigen Herausforderungen konfrontiert: Der Rivale Vodafone will mit der geplanten Übernahme von Kabel Deutschland künftig auch im Festnetz-Geschäft ein ebenbürtiger Konkurrent werden. Außerdem plant O2, die bisherige Nummer vier im deutschen Mobilfunkmarkt, durch den Kauf des Konkurrenten E-Plus die Spitzenposition beim Mobilfunk zu übernehmen.

Analysten warten deshalb gespannt darauf, ob Konzernchef René Obermann und Finanzvorstand Timotheus Höttges die Präsentation der Quartalszahlen nutzen werden, um über strategische Antworten des Konzerns zu berichten.