Gunda Röstel zieht in Aufsichtsrat ein EnBW wird grüner

Der Energieversorger EnBW gilt als Atomkonzern par excellence, denn er bezieht die Hälfte seines Stroms aus Kernkraftwerken. Künftig soll er nun von einer früheren Parteichefin der Grünen kontrolliert werden.

Der Erfolg der Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg Ende März macht sich nun beim Energieversorger EnBW bemerkbar: Die frühere Bundesvorsitzende der Grünen, Gunda Röstel, soll in den Aufsichtsrat des bislang stark auf Atomenergie setzenden Versorgers einziehen.

Nach ihrem Abgang als Sprecherin der Partei Bündnis 90/Die Grünen übernahm Gunda Röstel etliche Posten in der Wirtschaft. Nun soll sie auch in den Aufsichtsrat von EnBW einziehen.

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Die baden-württembergischen Grünen nominierten Röstel am Dienstag auf der EnBW-Hauptversammlung in Karlsruhe als Nachfolgerin für den Wirtschaftsforscher Wolfgang Franz, der sein Aufsichtsratsmandat bei der EnBW niederlegt.

Das künftig grün-rot regierte Bundesland hält mehr als 46 Prozent der EnBW-Aktien. Die Grüne wechselte bereits im Oktober 2000 in die Wirtschaft. Sie wurde Managerin für Projektentwicklung und Prokuristin bei der Gelsenwasser AG, seit 2004 außerdem Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden GmbH. Die 49-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Dresden.

EnBW-Chef Hans-Peter Villis hatte vor kurzem der SZ in einem Interview erklärt, warum der Konzern keine Angst vor den Grünen habe.