Griechenland:Warum der "Varoufexit" überfällig war

Greece's newly appointed Finance Minister Varoufakis addresses journalists following a swearing in ceremony at the presidential palace in Athens

Teilweise entmachtet: Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis

(Foto: REUTERS)

Seit Monaten verhindert der griechische Finanzminister Varoufakis mit Provokationen jede vernünftige Verhandlung. Durch seine Entmachtung wird die Rettung Griechenlands endlich zur Chefsache.

Kommentar von Stefan Kornelius

Griechenlands Links-rechts-Regierung wurde am 28. Januar vereidigt - in diesem Jahr, wohlgemerkt. Exakt drei Monate später ist die prominenteste Figur dieser Regierung öffentlich kaltgestellt worden. Bei dieser Berühmtheit handelt es sich um den Finanzminister, nicht den Ministerpräsidenten. Yanis Varoufakis bekam von Alexis Tsipras einen Misstrauensbeweis ausgestellt, der eigentlich einer Entlassung gleichkommt.

Drei Monate sind gar keine lange Zeit für eine neue Regierung, um Startschwierigkeiten zu überwinden. Das wissen selbst Kanzler wie Gerhard Schröder oder Angela Merkel. Für Griechenland handelte es sich aber um eine Ewigkeit, jeder Tag war vertan.

Varoufakis nutzte die Zeit, um vernünftige Verhandlungen durch seine Provokationen zu verhindern. Es war also überfällig, dass der Ministerpräsident das einzig relevante Thema des Landes selbst in die Hand nimmt.

Gleichzeitig zeigt der verdruckste Umgang mit Varoufakis, auf welche Kräfte er Rücksicht nehmen muss. Tsipras hat in Athen mehr Feinde als in der Euro-Gruppe. Nun muss er klarstellen, welche Zumutungen von seiner Koalition getragen werden können und welche nicht.

Am Ende wird die Bundesregierung, ausgestattet mit einer Art Sperrminorität im Euro, ihren Segen geben müssen. Griechenlands Rettung ist von nun an Chefsache - in Athen wie in Berlin. Die Uhr läuft weiter.

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