Griechenland Fünf Aufgaben, die Tsipras jetzt anpacken muss

Griechenland: Syriza-Chef Alexis Tsipras nach seinem Sieg bei den Parlamentswahlen

(Foto: REUTERS)
  • Griechenlands künftiger Premier Tsipras steht vor großen Herausforderungen.
  • Er muss die Banken stabilisieren, die Forderungen der Gläubiger erfüllen, die Wirtschaft stärken und Jobs schaffen.
  • Für dezidiert linke Politik könnte Tsipras nur wenig Raum haben.
Analyse von Jakob Schulz

Aufgabe eins: Kreditgeber bei Laune halten

Menschen jubeln, schwenken rote Syriza-Fahnen, Hoffnung liegt in der Luft: Die Stimmung bei den Syriza-Anhängern ist nach dem klaren Sieg der Partei bei den Parlamentswahlen ausgezeichnet. Doch schon am Tag nach der Wahl muss Parteichef Alexis Tsipras das Feiern einstellen. Er und seine Regierung stehen vor gewaltigen Herausforderungen.

Am wichtigsten: Tsipras muss das Memorandum of Understanding (MoU) implementieren, also die Vereinbarungen mit den internationalen Kreditgebern einhalten. Dies ist umso wichtiger, als von Oktober an eine Überprüfung der Reformfortschritte geplant ist. Nur wenn die Regierung die vereinbarten Reformen durchsetzt, fließen dringend benötigte Milliarden aus dem dritten Kreditpaket.

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Zwar hatte Tsipras vor der Wahl behauptet, dass er das Spar- und Reformprogramm nachverhandeln wolle. Das dürfte jedoch Wahlkampfgetöse gewesen sein, sagt der Athener Ökonom Jens Bastian der SZ. "Das Kreditpaket wieder aufzuschnüren ist Zukunftsmusik. Im Moment geht es vielmehr darum, es zu implementieren."