Grammer:Verdacht auf Insiderhandel

Bei der Übernahme des Autozulieferers Grammer durch den chinesischen Konzern Ningbo Jifeng sollen sich fünf Verdächtige illegal Insiderwissen für Aktiengeschäfte zunutze gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft den Tatverdächtigen im Alter zwischen 35 und 70 Jahren vor, "Insiderinformationen zum Stand von Übernahmegesprächen gewinnbringend für den Aktien- und Derivatehandel verwendet zu haben". Zudem ermittle man gegen einen "Tippgeber", der die Insiderinformationen weitergegeben haben soll. Nach SZ-Informationen soll einer der sechs Beschuldigten früher bei Grammer gearbeitet haben. Am Dienstag durchsuchten 60 Beamte 16 Objekte in der Region Frankfurt-Rhein-Main, in Bayern und in Berlin. Die Staatsanwaltschaft machte keine Angaben dazu, um welches Unternehmen es sich handelt. Ein Grammer-Sprecher bestätigte aber, dass die Zentrale des Sitzeherstellers in Amberg in der Oberpfalz in dieser Angelegenheit durchsucht worden sei. "Wir kooperieren selbstverständlich in vollem Umfang mit den Ermittlungsbehörden", sagte er. Das Unternehmen war am Vormittag von der Durchsuchung überrascht worden. Grammer habe sich stets an alle Gesetze, Börsenregeln und interne Compliance-Vorschriften gehalten, sagte der Firmensprecher und wies damit indirekt die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück. Das betrifft vor allem auch ein separat geführtes Bußgeldverfahren. Die Ermittler werfen dem Unternehmen und drei ehemaligen Vorständen vor, den Kapitalmarkt zu spät über den Stand der Übernahme durch den chinesischen Autozulieferer Ningbo Jifeng im Jahr 2018 informiert zu haben.

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