Die Großbäckerei Müller Brot hat im Toastbrot-Streit mit dem italienischen Lebensmittelkonzern Barilla eine Niederlage erlitten.
Gegenstand der Auseinandersetzung war die Marke Golden Toast, eine der wenigen nationalen Brotmarken, die flächendeckend im Einzelhandel etabliert ist.
Das Oberlandesgericht München hat nun auch in zweiter Instanz zugunsten der Italiener entschieden, die mit Kamps eine der größten Bäckereiketten Deutschlands besitzen.
Damit darf Müller künftig kein Brot mehr unter der Marke Golden Toast verkaufen. Bislang hatte der Hersteller aus Neufahrn bei München ein Gebietsmonopol für Bayern.
Arbeitsgemeinschaft
Offizieller Hersteller von Golden Toast - das Produkt ist seit gut 40 Jahren auf dem Markt - ist eine gleichnamige Arbeitsgemeinschaft (Arge), an der inzwischen nur noch Kamps-Firmen, also Barilla, beteiligt sind.
Gegründet wurde sie ursprünglich von neun regionalen Mitgliedsbäckereien. Die Müller Brot GmbH war bis vor einem Jahr das einzige Nichtmitglied, das die Marke noch nutzen durfte. Der zugrunde liegende Vertrag lief allerdings Ende Juli 2005 aus.
Dagegen wehrte sich Müller unter Berufung auf formaljuristische Fehler vergeblich.Bei dem Streit geht es letztendlich vor allem auch um die Vormachtstellung auf dem deutschen Backwarenmarkt.
Ausgerechnet Heiner Kamps hat Interesse
Der Name Müller Brot ist inzwischen eng mit einer altbekannten Größe in der Branche verknüpft. Mit Heiner Kamps hat ausgerechnet der frühere Kamps-Eigner, der sein Brötchen-Imperium vor einigen Jahren an Barilla verkauft hatte, Interesse an Müller Brot angemeldet.
Die von ihm gegründete Beteiligungsgesellschaft KFRI will die Großbäckerei mit einem Jahresumsatz von 170 Millionen Euro noch in diesem Frühjahr übernehmen. Kamps' erklärtes Ziel ist es, einen international führenden Lebensmittelkonzern aufzubauen. Aus Sicht von Barilla muss dies wie eine Kampfansage klingen.
Klaus Dahm, Vorsitzender der Arge Golden Toast e.V., bezeichnete das Urteil des Oberlandesgerichtes vor diesem Hintergrund als großen Erfolg für die Kamps-Gruppe. Bei Müller war am Donnerstag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.