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Finanzmärkte:Gold für europäische Investoren so teuer wie noch nie

Goldpreis erstmals seit Februar ¸ber 1000-Dollar-Marke

Viele Anleger investieren in Zeiten großer Unsicherheit in vergleichsweise stabile Geldanlagen wie Gold.

(Foto: dpa; Bearbeitung SZ)
  • Der Goldpreis steigt und steigt: Das Krisenmetall ist mit 1443,07 Euro für europäische Investoren so teuer wie noch nie.
  • Die Furcht vor Lieferausfällen hat auch den Ölpreis auf ein Vier-Monats-Hoch steigen lassen.
  • Der japanische Leitindex Nikkei sackte zwischenzeitlich unter die Marke von 23 000 Punkten ab.

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran lösen an den Finanzmärkten große Verunsicherung aus. Das lässt sich insbesondere an der Entwicklung des Goldpreises ablesen: In der Nacht auf Mittwoch stieg der Kurs für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) erstmals seit 2013 über die Marke von 1600 Dollar. Für europäische Investoren ist das Edelmetall mit 1443,07 Euro sogar so teuer wie noch nie.

Das Krisenmetall Gold gilt als Fluchtwährung für Anleger. Viele von ihnen tendieren dazu, ihr Geld in Zeiten großer Unsicherheit in vergleichsweise stabile Geldanlagen zu investieren. So notierte die Feinunze Gold zum Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2011 beispielsweise bei 1909 Dollar.

Nikkei-Index fiel zwischenzeitlich unter 23 000 Punkte

Die Furcht der Anleger vor Lieferausfällen bei Öl hat auch den Preis für den wichtigen Rohstoff auf ein Vier-Monats-Hoch steigen lassen. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich am Mittwoch um bis zu 5,1 Prozent auf zwischenzeitlich 71,75 Dollar je Barrel. Das ist der größte Kurssprung seit den Attacken auf saudi-arabische Ölförderanlagen im September. Der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate sieht den Öl-Nachschub trotz der aktuellen Spannungen aber nicht gefährdet. Die gegenwärtige Situation sei "kein Krieg" und solle nicht überschätzt werden, sagte Suhail al-Mazrouei am Mittwoch am Rande einer Konferenz in Abu Dhabi.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am frühen Mittwochmorgen mit Verlusten auf die iranischen Raketenangriffe auf US-Ziele im Irak reagiert. Der japanische Leitindex Nikkei sackte zwischenzeitlich unter die Marke von 23 000 Punkten ab, erholte sich dann aber ein Stück weit. Letztlich schloss er mit 23 204,76 Punkten und damit 1,6 Prozent tiefer als am Vortag. Auch der deutsche Leitindex Dax fiel zur Eröffnung am Mittwoch leicht um 0,7 Prozent auf 13 132 Punkte. Einen ausgewachsenen Krieg befürchte derzeit aber niemand, sagten Börsianer. Daher sei die Kursreaktion vergleichsweise verhalten.

Die Spannungen zwischen den USA und Iran machen den Börsianern große Sorgen. Japan, die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, bezieht einen Großteil seines Öls aus Nahost. Die USA sind darüber hinaus Japans wichtigster Sicherheitspartner. Zugleich aber unterhält Tokio seit langem gute Beziehungen zu Iran.

© SZ.de/dpa/vit
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