Deutschland, ein Mobilfunk-Entwicklungsland? Das war einmal. Inzwischen sind 99,8 Prozent aller Haushalte abgedeckt und 96,5 Prozent der Fläche. Und zwar mit dem fortschrittlichsten derzeit verfügbaren technischen Standard 5G. Das geht aus der Marktanalyse zum Telekommunikationsmarkt hervor, den der Verband VATM vorgelegt hat. Im VATM sind die Wettbewerber des früheren Monopolisten Deutsche Telekom zusammengeschlossen.
Beim Festnetz sieht es weniger fortschrittlich aus. Hier dominieren nach wie vor die auf Kupferleitungen basierenden DSL-Anschlüsse, von denen die meisten im Besitz der Telekom sind und von Wettbewerbern gemietet werden müssen. Im Vergleich zu vielen anderen europäischen oder asiatischen Ländern hängt Deutschland beim Ausbau von Glasfaserleitungen weit zurück, auch wenn deren Zahl allmählich steigt. Ende 2026 werden dem VATM zufolge 12,5 Millionen Haushalte einen aktiven Glasfaseranschluss haben, das entspricht etwa 27 Prozent aller Haushalte.
Den Großteil an neuen Glasfaserleitungen, knapp 70 Prozent, haben die Telekom-Wettbewerber verlegt. Die Telekom legt nicht nur weniger Leitungen, sondern kann auch weniger Kunden davon überzeugen, von DSL auf Glasfaser zu wechseln. Während bei den Wettbewerbern etwa 30 Prozent der erschlossenen Haushalte auch einen Anschluss buchen, sind es bei der Telekom lediglich knapp 18 Prozent.
Besonders schnell kommt der Glasfaserausbau auch nicht voran. Sogar in einem optimistischen Szenario werden nach Schätzung des VATM Ende 2031 in Deutschland weniger als 17 Millionen Glasfaseranschlüsse genutzt. Das in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkte DSL bleibt damit auch in fünf Jahren noch die am meisten genutzte Anschlusstechnologie.
Stark wachsend ist das genutzte Datenvolumen im Festnetz. In diesem Jahr soll es auf insgesamt 187,5 Milliarden Gigabyte ansteigen. Dies bedeutet ein Plus von 12,3 Prozent. Bei den Nutzerinnen und Nutzern fließen damit monatlich im Durchschnitt 412,3 Gigabyte je Anschluss durch die Leitung.
Im Mobilfunk verbraucht der Durchschnittsbürger pro Monat 11,5 Gigabyte Datenvolumen pro aktiver SIM-Karte. Zum privaten Datenaustausch dienen vor allem Instant-Messenger wie Whatsapp oder Signal. Im Jahr 2026 werden in Deutschland über solche Messengerdienste geschätzt 2,87 Milliarden Echtzeitnachrichten verschickt werden – pro Tag.
