Girls' Day und Boys' Day 2016:Kritik an der Rolle der Bundeswehr beim Girls' Day

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Aber auch der Girls' Day wird kontrovers diskutiert - nicht zuletzt dank der Rolle, die die Bundeswehr an diesem Tag spielt. Jedes Jahr besuchen an diesem Zukunftstag mehrere tausend Mädchen deren Informationsveranstaltungen. Die Bundeswehr hat sich allerdings schon vor Jahren dazu verpflichtet, Mädchen erst ab einem Alter von 14 Jahren zu Veranstaltungen zuzulassen, bei denen für die Ausbildung zur Soldatin geworben wird. Angesichts des Alters der Girls'-Day-Teilnehmerinnen zwischen 11 und 16 Jahren werde diese Selbstverpflichtung aber laut diverser Berichte regelmäßig missachtet.

Auch sind viele Kritiker skeptisch, ob eine eintägige Aktion, an denen die jugendlichen Teilnehmer schulfrei bekommen, überhaupt geeignet ist, um wirklich einen vermeintlich untypischen Berufswunsch auszubilden. Wieder andere entgegnen, dass die Benennung in Girls' Day und Boys' Day und die öffentliche Einteilung in Frauen- und Männerberufe die Gender-Klischees eher zementieren, als sie aufzulösen.

Die teilnehmenden Firmen scheinen von der Veranstaltung jedenfalls zu profitieren: Bereits 2008 hatten in zehn Prozent der beteiligten Firmen ehemalige Girls'-Day-Teilnehmerinnen eine Arbeitsstelle in einem technischen Beruf angetreten.

Und das mit den Gender-Klischees geht dann sogar ganz einfach besser, als es die offiziellen Stimmen hinbekommen - und wenn es nur die Farbwahl ist. Die gezeichneten Mädchen im Google-Doodle sind nämlich keineswegs alle rosa. Sondern dürfen auch als grüne Feuerwehrfrau oder blaue Wissenschaftlern ihrer beruflichen Zukunft entgegen rennen.

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