Gewinnprognosen Immer mehr Firmen müssen revidieren

Deutschlands börsennotierte Unternehmen bekommen zunehmend die Konjunkturabschwächung und die internationalen Handelskonflikte zu spüren. Im vergangenen Jahr haben 34 Prozent der 309 Firmen aus dem Prime Standard, für den besonders strenge Vorschriften gelten, ihre Umsatz- oder Gewinnprognose mindesten einmal nach unten revidiert. Das geht aus einer Analyse des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervor. Die Gesamtzahl der negativen Korrekturen erhöhte sich um 55 Prozent auf den Rekordwert von 144. Zwar stieg zugleich die Zahl der Revisionen nach oben. Die Unternehmen übertrafen 138 Mal die selbst gesteckten Ziele. Erstmals seit dem Jahr 2014 wurden aber wieder mehr negative als positive Abweichungen registriert.

Nach unten zeigte der Trend vor allem für Unternehmen aus den Branchen Handel und Autoindustrie: 83 Prozent der Groß- und Einzelhändler kassierten demnach ihre Prognose, bei den Autoherstellern und -zulieferern waren es 75 Prozent. Sechs von zehn Immobilienunternehmen setzten ihre Erwartungen dagegen herauf, Korrekturen nach unten gab es in dieser Branche nicht. Besonders häufig schraubten Großkonzerne mit Milliardenumsätzen ihre Prognosen nach unten.