Die Getreidepreise haben laut dem Deutschen Bauernverband (DBV) aktuell einen Tiefpunkt erreicht. Zusammen mit weiter hohen Kosten für Dünger, Energie und Pflanzenschutzmitteln bedeute dies, das die Kalkulationen „sehr knapp“ sein würden, teilte Präsident Joachim Rukwied am Montag mit.
Insgesamt rechnen die Landwirte nach einem trockenen Frühjahr mit einer durchschnittlichen Getreideernte in Deutschland – aber bei deutlichen regionalen Unterschieden. Erwartet werden laut DBV 40,1 Millionen Tonnen und damit etwas mehr als im Vorjahr mit 39 Millionen Tonnen. In der EU werde mit einer Erntemenge von gut 280 Millionen Tonnen Getreide gerechnet, zehn Prozent mehr als bei der kleinen Ernte 2024. Dies sei die Rückkehr zu einer Normalsituation, betonte Rukwied.
Das Wetter stellt die Landwirte vor große Herausforderungen. „Bessere Böden mit höherer Wasserspeicherfähigkeit konnten die Frühjahrstrockenheit besser überstehen als schwächere Standorte“, so Rukwied. Über den Winter habe es durchschnittliche Mengen an Niederschlägen gegeben. Dann habe aber von Februar bis Mitte Mai anhaltend trockenes Wetter zu ungewöhnlich niedrigen Wassergehalten im Oberboden, teils auch in tieferen Schichten geführt. In vielen Regionen sei der nötige Regen für die Kornausbildung dann aber gerade noch zur rechten Zeit gekommen.

