Geschäfte mit faulen Wertpapieren US-Regierung verklagt Bank of America

Die Behörden in den Vereinigten Staaten überziehen - anders als in Deutschland - die Banken mit einer gigantischen Klagewelle, um die Finanzkrise aufzuarbeiten. Nun wurde wieder eine neue Front eröffnet. Die US-Regierung will eine Milliarde Dollar Schadenersatz von der Bank of America.

Die Behörden haben die Bank of America - das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes - auf mehr als eine Milliarde Dollar Schadenersatz verklagt.

Die Klage gegen das Institut wurde bei einem Bundesgericht in Manhattan eingereicht. Der Vorwurf richtet sich gegen Countrywide Financial, eine Tochtergesellschaft der Bank of America. Zu Zeiten der Finanzkrise sollen Tausende minderwertige Hypotheken an die beiden - damals halbstaatlichen - Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verkauft worden sein. Die Folge seien hohe Verluste gewesen, weil viele Kreditnehmer später ihre Raten nicht mehr hätten zahlen können, erklärte die Bundesstaatsanwalt von Manhattan.

Der Klage zufolge entwickelte Countrywide bereits im Jahr 2007 ein als "Hustle" bekanntes System, um die Bearbeitung von privaten Hypotheken zu beschleunigen. Das Unternehmen habe hierzu etwa Bonitäts-Kontrollen sowie Maßnahmen gegen Missbrauch weitgehend außer Kraft gesetzt. Dies habe schließlich zu Ausfallraten von fast 40 Prozent geführt, die Countrywide jedoch vor den halbstaatlichen Finanzierern geheim gehalten habe.

Kosten und Rückstellungen von fast 80 Milliarden Dollar

Dieses Geschäftsgebaren habe sich auch nach der Übernahme durch die Bank of America im Sommer 2008 fortgesetzt. "Countrywide und Bank of America vergaben katastrophal schlechte Hypotheken und reichten die Rechnung dafür an den Steuerzahler weiter", erklärte Staatsanwalt Preet Bharara.

Die Spätfolgen der Finanzkrise belasten die Bank of America seit langem: Erst im September hatte das Geldhaus im Rahmen eines Vergleichs 2,4 Milliarden Dollar gezahlt, um eine Sammelklage von Aktionären abzuwenden.

Die jetzige Klage ist nur eine von vielen Auseinandersetzungen gegen die Bankenbranche, die sich wegen Fehlverhaltens während der Finanzkrise verantworten muss. 2012 waren bereits knapp 20 große Finanzhäuser wegen möglicher Verstöße gegen Wertpapiergesetzte verklagt worden.

Wie das Wall Street Journal schreibt, haben Analysten ausgerechnet, dass die sieben größten US-Banken im Zusammenhang mit der Immobilienkreditkrise bereits 76 Milliarden Dollar an Kosten zu tragen oder Rückstellungen zu bilden hatten.

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Was sich seit der Finanzkrise getan hat