Mund- und Fußmaler:Kritiker glauben, dass von den Millionen-Einnahmen nur ein Bruchteil bei den Malern landet

Vollmitglieder nehmen für ihr Geld einiges in Kauf. Sie müssen ihre Urheberrechte über den Tod hinaus an die VDMFK abtreten, die diese fortan "uneingeschränkt in eigenem Namen und auf eigene Rechnung geltend" machen dürfen. Vertreiben dürfen die Künstler Bilder fortan nur noch über die Vereinigung oder von ihr vorgeschriebene Verlage. Und nach dem Tod holt die VDMFK sich ein Drittel der hinterlassenen Bilder - umsonst. Kritiker hegen schon lange den Verdacht, dass von den Einnahmen, die bereits vor fast zwanzig Jahren jährlich auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt wurden, nur ein überschaubarer Anteil bei den Fuß- und Mundmalern landet. In Deutschland gibt es aktuell fünf Voll- und zwei assoziierte Mitglieder, plus fünf Stipendiaten.

So undurchsichtig für Außenstehende das Finanzgebaren ist, so deutet manches darauf hin, dass viel Geld versickert oder in privaten Taschen landet. So soll Treuhänder Batliner in seiner Eigenschaft als Rechtskonsulent bereits vor 25 Jahren 275 000 Schweizer Franken Jahreshonorar abgerechnet haben. Seine Tochter Angelika Moosleithner-Batliner kassierte Medienberichten zufolge als Vermieterin der Räume in Schaan schon im Jahr 1990 eine Jahresmiete von 240 000 Franken.

Praktischerweise war ihr Ehemann Franz viele Jahre VDMFK-Direktor. Er hat den lukrativen Job zwischenzeitlich ebenso aufgegeben wie sein Schwiegervater Batliner 2013 den des Konsulenten. Letzteren hat sein ehemaliger Kanzlei-Partner und Nachfolger Johannes Gasser übernommen. Der Name Batliner taucht aber ebenso wie jene führender VDMFK-Funktionäre in der Direktorenliste des panamaischen Ablegers auf. Und dann sind da noch allerhand Liechtensteiner Tochtergesellschaften, etwa für "Vermögensanlagen" oder wie auch immer geartete "Beteiligungen". Zu dem verflochtenen Konstrukt, gehören Gesellschaften wie Allfina oder die 2006 gegründete Allver. Im Hintergrund mischen örtliche Treuhänder mit.

Und überall tauchen seit Jahren und in oft wechselnden Funktionen bekannte Namen auf. Jene von VDMFK-Führern, von Moosleithner, seiner Frau, von Gasser und natürlich auch vom Patron selbst: Herbert Batliner. Wobei der sich zuletzt aus vielen Positionen verabschiedet hat. Kein Wunder, er wird am 26. Dezember 90 Jahre alt. Bestimmt schickt ihm der VDMFK zu diesem Anlass eine Karte.

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