Insolvenz Germania stellt Flugbetrieb ein

  • Die Fluggesellschaft hat am Montag Insolvenz beantragt, 1100 Mitarbeiter sind betroffen.
  • Mitte Januar musste das Unternehmen erhebliche finanzielle Probleme einräumen.
  • Für Januar wurden bereits keine Gehälter mehr ausgezahlt.

Die ins Straucheln geratene deutsche Fluggesellschaft Germania hat am Montag am Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Insolvenzantrag gestellt und ihren Flugbetrieb ab diesem Dienstag komplett eingestellt. Betroffen ist neben der Germania Deutschland auch Germania Technik Brandenburg GmbH in Schönefeld. Die Zukunft von 1100 Mitarbeitern ist derzeit ungewiss. Die Schweizer Germania Flug AG und die Bulgarian Eagle bleiben in Betrieb.

In einer Mitteilung erklärte Germania-Chef Karsten Balke, es sei "uns schlussendlich nicht gelungen, unsere Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen".

Nach Angaben von "Flightradar24" war der Flug ST3711 von Fuerteventura nach Nürnberg der vorerst letzte Germania-Flug. Die Maschine ist in der vergangenen Nacht um 1.08 Uhr in Nürnberg gelandet.

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Passagiere, die ihren Germania-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, sollen sich direkt an ihren Reiseveranstalter wenden, um eine Ersatzbeförderung zu erhalten. Wer sein Flugticket direkt über Germania gekauft habe, habe aufgrund der Gesetzeslage "bedauerlicherweise" keinen Anspruch auf Ersatzbeförderung. Der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisierte via Twitter, dass die Insolvenzsicherung für Fluggesellschaften noch immer nicht beschlossen worden sei. Der Schrecken für Flugreisende gehe nach der Air-Berlin-Pleite weiter.

Am Montag war noch spekuliert worden, der frühere Air-Berlin-Chef Joachim Hunold könnte mit zwei weiteren Luftfahrtmanagern dem Unternehmen mit einem 20-Millionen-Euro-Kredit unter die Arme greifen. Daraus ist offenbar nichts geworden.

Mitte Januar musste die Fluggesellschaft finanzielle Probleme einräumen. Für Januar hat sie ihren Mitarbeiten keine Löhne mehr ausgezahlt. Die Finanzierungslücke wurde mit 15 Millionen Euro angegeben. Es drohte ein Entzug der Betriebserlaubnis.

Germania ist eine der kleinen deutschen Fluggesellschaften

Germania ist mit zuletzt 37 Flugzeugen eine der kleinen deutschen Fluggesellschaften. Nach der Pleite von Air Berlin hatten die Manager auf größeres Wachstum gehofft. Und massiv in die Erneuerung der Flotte und neue Strecken investiert. An kleinen Flughäfen wie Bremen oder Erfurt hatte die Germania mit den größten Marktanteil.

Als Grund für die Schieflage machte die Unternehmensführung Mitte Januar das allgemeine wirtschaftliche Umfeld verantwortlich. Etwa gestiegene Kerosinpreise oder der starke Dollar. Aber auch "erhebliche Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät sowie eine außergewöhnlich hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an unserer Flotte". Branchenkenner aber berichten, dass die Familie des 2005 verstorbenen Germania-Gründers Hinrich Bischoff heillos zerstritten sei.

Das 1978 gegründete Unternehmen beförderte nach eigenen Angaben etwa vier Millionen Passagiere pro Jahr und bediente 60 Ziele in Europa, Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten.

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