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Gerichtsurteil in Düsseldorf:"Dicke Eier" sind kein Plagiat

Dickmann's 'Dicke Eier' vor Gericht

Sind kein Plagiat und dürfen weiter verkauft werden: "Dicke Eier", Süßigkeiten der Firma Storck.

(Foto: dpa)

Schokoküsse vor Gericht: Eine Werbeagentur klagte, weil der Hersteller Stock bei der Gestaltung seiner eiförmigen Süßigkeiten angeblich abgekupfert haben soll. Weil eine gütliche Einigung zwischen den Konfliktparteien immer wieder scheiterte, haben die Richter jetzt ein Machtwort gesprochen.

Die Richter am Landgericht in Düsseldorf mussten sich an diesem Donnerstag mit Eiern beschäftigen, genauer: mit der Form von Eiern, noch genauer: mit Schokoladenerzeugnissen der Firma Storck, die in Eiform zum Verkauf angeboten werden. Es handelt sich um Schokoküsse der Marke "Dickmann's", die unter dem Namen "Dicke Eier" in Handel sind.

Jene dicken Eier standen unter Plagiatsverdacht. Geklagt hatte eine Werbeagentur aus Münster. Sie habe die Ei-Form als Design entwickelt, schützen lassen und Storck dann vorgestellt - die "Dicke Eier" des Süßigkeiten-Herstellers seien Plagiate.

Eine gütliche Einigung kam zwischen den Parteien nicht zustande, deshalb haben die Richter jetzt entschieden: Sie wiesen die Klage der Werbeagentur ab. Die eiförmigen Schokoküsse der Marke "Dickmann's" dürfen weiter verkauft werden. Die Begründung: Das Storck-Ei sei etwas gedrungener und weiche vom geschützten Design der Werbeagentur ausreichend ab.

Es gebe neben den traditionellen zylinderförmigen Schokoküssen auch schon "maulwurfshügelige und pilzförmige" Schokoküsse, sagte Richterin Ulrike Pastohr. Entsprechend klein falle der Schutzbereich des Münsteraner Designers aus. Allerdings sei die von ihm entwickelte Eiform grundsätzlich durchaus schutzwürdig, befand das Gericht.

Es widersprach damit den Storck-Anwälten, die argumentiert hatten, das Ei-Design sei als natürliche Form gar nicht schützbar. Werbeagentur-Inhaber Rudi Linke will nun prüfen, ob er gegen das Urteil in Berufung geht. "Die Idee ist von vorne bis hinten geklaut."