Gera (dpa/th) - Die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Thüringen verlangen Änderungen bei der Samstagsarbeit im Handel. Die derzeit geltende Regelung, wonach Arbeitnehmer im Einzelhandel nur an zwei Samstagen im Monat arbeiten dürfen, müsse abgeschafft oder zumindest gelockert werden, sagte Peter Höhne, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostthüringen, am Dienstag im Namen der drei Thüringer IHKn. Er verwies dabei auf das Ergebnis einer Umfrage, an der sich rund 350 Einzelhandelsunternehmen beteiligt hätten.
Nach der den Angaben zufolge deutschlandweit einmaligen Regelung stünde am Samstag nur die Hälfte des Personals zur Verfügung. Dabei sei der Samstag für viele Händler der Tag mit der höchsten Kundenfrequenz und dem stärksten Umsatz. Aber 38 Prozent der Unternehmer hätten Schwierigkeiten, den Betrieb an Samstagen personell abzusichern. 35 Prozent der Umfrageteilnehmer würden eine gestiegene Arbeitsbelastung für die verfügbaren Mitarbeiter beklagen, hieß es. Vor allem bei Krankheit oder während der Urlaubszeit spitze sich bei vielen Händlern der Personalengpass dramatisch zu.
Unternehmer hätten auch berichtet, dass sich ihre Mitarbeiter wünschten, öfter samstags zu arbeiten, um etwa in der Woche mehr Zeit für die Familie und Erledigungen zu haben oder höhere Provisionen zu erzielen. Auch Aushilfen, darunter viele Studierende, die nur samstags arbeiten könnten, würden durch die Vorschrift eingeschränkt. Den Beteiligten solle deshalb das Wahlrecht eingeräumt werden, samstags zu arbeiten oder ihre Freizeit zu gestalten.
