Gentechnik in der Landwirtschaft Superunkräuter breiten sich aus

Nicht nur in den USA, auch in Brasilien und Argentinien wachsen auf einem großen Teil der Agrarfläche Pflanzen, die in Biotechnologie-Laboren entwickelt wurden. Doch der massive Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel hat negative Seiten, die immer deutlicher zutage treten: Es breiten sich sogenannte Superunkräuter aus, die resistent sind gegen großflächig eingesetzte Mittel wie Glyphosat. Und das bereitet den Farmern Probleme. Der Unkrautvernichter ist weltweit das am meisten verkaufte Präparat in der Landwirtschaft und wird häufig in Kombination mit Gentech-Pflanzen eingesetzt. Entwickelt wurde es ursprünglich von Monsanto, kommt aber nach Auslaufen der Patente inzwischen auch von anderen Produzenten.

Häusling von den Grünen macht die Gentechnik mitverantwortlich für diese Fehlentwicklung. In einigen Regionen der USA wachsen die Unkräuter nach einem Bericht des Handelsblatt bereits auf einem großen Teil der Felder, auf denen zu 90 Prozent gentechnisch verändertes Saatgut wächst. Das Wissenschaftsmagazin Science sieht die USA auf eine Krise zusteuern. Die Agrarindustrie weist den Verdacht jedoch zurück. Dass Pflanzen Resistenzen entwickeln, sei völlig normal und eine Folge natürlicher Selektion.

Gentechnikkritiker sehen das anders: "Die anfänglichen Vorteile beim Anbau herbizidresistenter Pflanzen in Form von Arbeitszeitersparnis und geringeren Aufwendungen an Spritzmitteln haben sich längst ins Gegenteil verkehrt", sagt der Grünenpolitiker. "Um dem zu begegnen, rüsten die Agrarkonzerne weiter auf mit einer neuen Generation von Genpflanzen." Darunter seien Pflanzen, die gegen vier Unkrautvernichtungsmittel gleichzeitig resistent seien und ein halbes Duzend Insektengifte produzieren, um Schädlinge abzuwehren. Für Häusling führt dieser Weg in eine Sackgasse. Die Risiken seien unkalkulierbar

Ihre neuen Produkte wollen die Agrarkonzerne auch gern in Europa verkaufen. Bis Oktober 2013 lagen den EU-Behörden laut Studie 55 Anträge für die Zulassung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen vor, 49 andere und ältere Sorten dürfen bereits als Rohstoffe importiert werden. Sie dienen vor allem als Tierfutter. Die meisten Anmeldungen kommen den Angaben zufolge von Monsanto (18), Syngenta (11), Dow Agroscience, Dupont/Pioneer (8) und Bayer (8).

Kurz vor der Zulassung steht die Maissorte 1507. Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich (CSU) muss in den nächsten Tagen dazu sein Votum abgeben. Das Thema Gentechnik spielt auch beim geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA eine große Rolle. Amerikanische Produzenten machen Druck, dass die EU ihre Märkte öffnet.