Ann-Cathrin Simon und Carl Mühlbach sind fast gleich alt – und könnten politisch doch kaum unterschiedlicher ticken: Simon, 28, ist Juristin bei einer Bank, stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union und fürchtet, dass ihre Generation einmal den Schuldenberg wird abtragen müssen, den der Bund über Jahrzehnte aufgetürmt hat. Mühlbach, 29, engagiert sich in der SPD und ist Geschäftsführer der überparteilichen Initiative Fiscal Future, die sich für eine zukunftsgerechte Finanzpolitik einsetzt. Seine Sorge: Wird jetzt nicht, auch auf Pump, in großem Stil investiert, werden die Kinder und jungen Erwachsenen von heute in einem kaputtgesparten Land leben müssen. Simon und Mühlbach kennen, mögen und duzen sich. Und man kann sagen, dass die Welt eine bessere wäre, wenn alle Menschen so miteinander diskutieren würden wie die beiden: hart in der Sache, aber immer voller Respekt und gegenseitiger Wertschätzung.
Streitgespräch„Lieber hanseatische Kauffrau als schwäbische Hausfrau“
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Politiker reden gerne über Generationengerechtigkeit. Aber was hält die junge Generation eigentlich selbst für gerecht? Ann-Cathrin Simon und Carl Mühlbach haben da sehr unterschiedliche Ansichten. Ein Streitgespräch.
Interview von Claus Hulverscheidt
