General Motors und Opel Bei Wortbruch fließt das Geld

Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen: General Motors will seine europäischen Töchter Opel und Vauxhall teuer entschädigen, falls Zusagen nicht eingehalten werden sollten.

Der Autohersteller General Motors (GM) will den Mitarbeitern seiner europäischen Töchter Opel und Vauxhall bis zu eine Milliarde Euro zahlen, falls die Amerikaner Zusagen für Investitionen in neue Modelle und Arbeitsplätze nicht einhalten. Dazu gebe es eine grundsätzliche Einigung zwischen GM und den Gewerkschaften, hieß es in Papieren, die das Unternehmen bei der US-Börsenaufsicht einreichte.

General Motors will kräftig in Opel investieren. Falls es nicht zu den zugesagten Investitionen kommt, muss die US-Konzernmutter zahlen.

(Foto: dpa)

Demnach hat sich GM verpflichtet, den Opel-Mitarbeitern zwischen 2011 und 2014 für jedes Jahr, in dem der Konzern seine Zusagen nicht einhält, 265 Millionen Euro an die Belegschaft zu zahlen.

"Das Management hat die Absicht und sieht auch die Möglichkeit, die Zusagen in der Vereinbarung einzuhalten", heißt es in Papieren, in denen GM Risiken im Zusammenhang mit seinem geplanten Börsengang darlegt. 2009 hatte sich GM noch von Opel trennen wollen und den Zulieferer Magna als Käufer ausgesucht. Dann entschied sich der Konzern aber überraschend dafür, Opel zu behalten.

Verluste im Europageschäft

Die Sanierung der verlustreichen europäischen Töchter ist ein Hauptanliegen des früheren Pleitekandidaten auf dem Rückweg an die Börse. Ein Jahr nach seiner Insolvenz fährt der US-Konzern wieder Milliardengewinne ein. Das Europageschäft mit Opel und Vauxhall brachte im ersten Halbjahr jedoch einen Verlust von 637 Millionen Dollar ein. Bei einem GM-Börsengang sollen in einem ersten Schritt Aktien im geschätzten Wert von 16 Milliarden Dollar unters Volk gebracht werden.

Erste Details zum IPO könnten dem Wall Street Journal zufolge noch am Dienstag veröffentlicht werden. Der Börsengang wird auf ein Volumen von bis zu 20 Milliarden Dollar geschätzt, was einer der größten in der US-Geschichte wäre. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sollen möglicherweise auch "Ankerinvestoren", also Großinvestoren, mit ins Boot geholt werden.

Vor einigen Wochen hatte GM erklärt, 3,3 Milliarden Euro für einen Umbau bei Opel aus eigener Kraft zu stemmen und auf Hilfen der deutschen Regierung zu verzichten. Im vergangenen Jahr hatte GM kurzzeitig Insolvenz angemeldet, der Konzern absolvierte eine Rosskur mit radikalem Jobabbau. Die US-Regierung hatte den einst weltgrößten Autohersteller mit rund 50 Milliarden Dollar an Steuergeldern vor dem Aus bewahrt.

Rückrufaktion in den USA

Unterdessen wurde bekannt, dass GM auf seinem Heimatmarkt Nordamerika mehr als 240.000 Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit den Sicherheitsgurten zurückruft.

Bei den betroffenen Fahrzeugen der Modelljahre 2009/2010 handele es sich um sportliche Geländewagen der Typen Chevy Traverse, Buick Enclave, GMC Acadia und Saturn Outlook, teilte GM in am Konzernsitz in Detroit mit.

Die möglichen Schäden an Sicherheitsgurten der hinteren Sitze seien bei Garantiefällen aufgefallen. In der Mehrheit der Fälle handele es sich um oberflächliche Schäden. Es seien keine Fälle bekannt, in denen die Sicherheitsgurte bei Unfällen versagt hätten, betonte GM.

Die meisten der betroffenen Fahrzeugmodelle wurden den Angaben zufolge in den USA ausgeliefert. Einige tausend wurden nach Kanada, Mexiko, China, Saudi Arabien und in andere Länder exportiert. Ein Sprecher der Tochter Opel sagte, Fahrzeuge in Deutschland seien nicht betroffen.

Drama um Opel

Nervenkrieg mit bitterem Ende