General Electric Weltkonzern kauft in Franken ein

Das US-Unternehmen erwirbt die Mehrheit an Concept Laser, einem Familienbetrieb, der 3-D-Druckanlagen produziert.

Von Peter Burghardt, Hamburg

Ein Weltkonzern werde eine relativ kleine Firma aus Norddeutschland übernehmen, das klang beachtlich. General Electric aus den USA wolle das Lübecker 3-D-Drucker-Unternehmen SLM Solutions kontrollieren, hieß es. 683 Millionen Euro hatte GE geboten, 38 Euro pro Aktie. Am Donnerstagabend war der Deal dann geplatzt, stattdessen griffen die Amerikaner in Bayern zu: Für 599 Millionen Dollar (549 Millionen Euro) erwirbt GE 75 Prozent des fränkischen Familienunternehmens Concept Laser aus Lichtenfels, das ebenfalls 3-D-Druckanlagen herstellt. Lichtenfels statt Lübeck also.

Fürs Erste sichert sich GE in Mittelfranken drei Viertel der Anteile von Concept Laser, in einigen Jahren könnte GE die restlichen Anteile kaufen. Concept Laser sei ein "strategischer Grundpfeiler", wird David Joyce zitiert, der Chef der GE-Flugzeugsparte. 3-D-Druck gilt gerade im Flugzeugbau als Technologie der Zukunft, die GE Aviation offenbar unter anderem beim Bau der nächsten Cessna-Serie einsetzen will. Damit lassen sich Bauteile in beliebigen Formen herstellen, ohne zu fräsen oder zu gießen. Deutschland gehört bei dieser Laserschmelztechnik zur Avantgarde.

An der Ostsee schien es Probleme mit der von GE geforderten Dreiviertelmehrheit zu geben. Das könnte mit dem US-Finanzinvestor Paul Singer zu tun haben. Dessen Hedgefonds Elliott hatte gut 20 Prozent an SLM erworben und wollte das GE-Angebot nicht annehmen. "GE wäre ein guter Partner gewesen, um den Standort auszubauen", bedauerte Uwe Bögershausen, Finanzchef von SLM Solutions. "Als Teil des GE-Konzerns hätten wir die Chance gehabt, unseren Wachstumskurs zu beschleunigen", so SLM-Chef Markus Rechlin. SLM setzte 2015 mit gut 200 Mitarbeitern 66,1 Millionen Euro um. Die Commerzbank stufte das Kursziel von SLM von 41 auf 25 Euro herunter. Das Papier sackte am Donnerstag um fast 16 Prozent auf weniger als 32 Euro ab.