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General Electric:Kasse gemacht

Selten war ein Veto der Kartellwächter so wertvoll: GE verkauft seine Haushaltsgerätesparte an Haier für 5,4 Milliarden Dollar. Das sind zwei Milliarden mehr als geplant. Leidtragender ist Electrolux.

Selten war ein Veto der Kartellbehörden so wertvoll wie dieser Tage: Für den amerikanische Industriekonzern General Electric (GE) könnte es immerhin zu Mehreinnahmen von 2,275 Milliarden Dollar führen. Im September 2014 hatte GE bekanntgegeben, seine Haushaltsgerätesparte für 3,3 Milliarden Dollar an den schwedischen Konkurrenten Electrolux abzugeben. Vor einem Monat dann sagte GE das Geschäft jedoch überraschend ab. Wegen angeblichen Widerstands der amerikanischen Wettbewerbshüter habe GE auf den Verkauf verzichtet, hieß es damals.

Wettbewerbsrechtliche Schwierigkeiten gab es tatsächlich, das für Kartellfragen zuständige Justizministerium in Washington hatte den Deal im vergangenen Sommer untersagt. Die Beamten befürchteten, dass die Preise um bis zu fünf Prozent steigen könnten, da Electrolux im Falle einer erfolgreichen Übernahme endgültig zum zweitgrößten Anbieter nach Whirlpool auf dem amerikanischen Markt geworden wäre und sich so ein Duopol hätte bilden können. Dagegen hatte Electrolux geklagt, und die gerichtliche Klärung stand eigentlich noch aus. Nun ist jedoch klar, weshalb GE einen Rückzieher machte: Für 5,4 Milliarden Dollar geht die Sparte an den chinesischen Wettbewerber Haier. Das Geschäft soll bis Mitte des Jahres abgewickelt werden. Der erfolgreiche Bieter Haier ist die Nummer zwei unter den chinesischen Hausgeräteherstellern. Der geplante Kauf dürfte Haier helfen, auf dem amerikanischen Markt zu expandieren. Auch diesmal müssen zwar zunächst die Kartellbehörden zustimmen, doch da Haiers Präsenz in Nordamerika im Gegensatz zu Electrolux überschaubar ist, dürfte mit weitaus weniger Widerspruch zu rechnen sein.

Besonders hart trifft diese Übereinkunft Electrolux, nicht nur weil der angepeilte Umsatzsprung von derzeit 17 Milliarden auf mehr als 22 Milliarden Dollar entfällt. Sondern auch deshalb, weil die Schweden wahrscheinlich obendrein noch 175 Millionen Dollar als Entschädigung an GE zahlen müssen. Eine entsprechende Klausel im Vertrag garantiert diese Summe im Falle eines Scheiterns der Übernahme. Macht 2,275 Milliarden extra - für GE.