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Geldpolitik:Britischer Minister nennt Zentralbank "Kapital-Taliban"

Die Politik will, dass die Institute mit Krediten dem Aufschwung helfen - doch die britische Zentralbank hat die Banken verpflichtet, ihr Geld zusammenzuhalten, um sich gegen neue Krisen zu schützen. Der britische Handelsminister hat nun mit einem scharfen Vergleich deutlich gemacht, was er davon hält.

Großbritanniens Handelsminister Vince Cable hat der britischen Zentralbank vorgeworfen, den Aufschwung des Landes aufs Spiel zu setzen. Die Bank of England fordere von den Banken eine Aufstockung ihres Eigenkapitals und riskiere damit ein Versiegen der Unternehmenskredite, sagte der Liberaldemokrat laut Financial Times.

"Eine der Sorgen in der Geschäftswelt ist, dass die sogenannten 'Kapital-Taliban' bei der Bank of England Restriktionen durchsetzen, die es den Unternehmen in dieser heiklen Phase der Erholung erschweren, zu arbeiten und zu expandieren", sagte Cable. Seine Hauptsorge gelte den Krediten für kleine und mittelständische Unternehmen.

Die bei der Zentralbank angesiedelte britische Bankenaufsicht hatte vergangenen Monat erklärt, dass fünf britische Geschäftsbanken nach dem Regelwerk Basel III weitere 13,4 Milliarden Pfund benötigten (15,7 Milliarden Euro), um ausreichend Kapitalreserven vorhalten zu können.

Der Ende Juni aus dem Amt geschiedene Chef der Bank of England, Mervyn King, hatte die Geschäftsbanken des Landes kurz vor seinem Abgang heftig kritisiert. Die Banken hätten "enormen Druck" auf die Politik ausgeübt, um schärfere Kapitalregeln zu verwässern, sagte er. Es habe Anrufe beim Premierminister und beim Finanzminister gegeben, die wiederum Druck auf die Banken-Aufsichtsbehörde hätten ausüben sollen. "Sehr oft" hätten sich die Banken sofort an die Politik gewandt.