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Geldanlage:In Aktien investieren, in Immobilien - oder doch lieber alles ausgeben?

4. Die Aktie ist der Königsweg

Die beste Möglichkeit, den niedrigen Zinsen zu entfliehen, ist es, auf den Aktienmarkt zu setzen. Der Deutsche Aktienindex hat über die vergangenen Jahrzehnte eine durchschnittliche jährliche Rendite von acht Prozent gebracht. Die Bundesbürger scheuen allerdings traditionell Aktien. Auch wegen der niedrigen Zinsen haben nur neun Prozent der Deutschen Geld in chancenreichere Anlageformen umgeschichtet, ergab eine Umfrage der Postbank.

Auf Aktien sollte jedoch nur setzen, wer das Geld langfristig nicht braucht, da die Börse kurzfristig stark schwanken kann. Herrmann empfiehlt einen Anlagehorizont von mindestens sieben bis zehn Jahren. Der Experte rät, sich auf Qualitätsaktien mit stabilen Wachstumsaussichten zu konzentrieren. Einzelaktien sind für normale Anleger jedoch nicht zu empfehlen. Besser ist es, über Fonds oder Indexfonds (ETF) breit in den Markt zu investieren. Dachfonds-Experte Sauren empfiehlt Privatanlegern, nur soweit ins Risiko gehen, wie es ihre Risikotragfähigkeit zulässt. Eine Faustformel: "Bei Aktien muss man in Kauf nehmen, dass der Kurs sich halbiert. Wer also maximal zehn Prozent seines Geldes verlieren will, darf nur eine Aktienquote von 20 Prozent haben." Sonst bestehe die Gefahr, dass er den größten Fehler bei der Aktienanlage macht und bei tiefen Kursen verkauft.

Hat man eine Aktienquote für sich festgelegt, sollte man sich dazu zwingen, diese zu halten. Das bedeutet auch, Aktien zu verkaufen, wenn sie gestiegen sind und umgekehrt. "Ein solcher Grundsatz hilft, die eigene Psychologie zu überwinden", sagt Sauren.

5. Die Immobilie ist ein Risiko

Viele überlegen, ob sie sich eine Immobilie anschaffen sollen. Das hat den Vorteil, dass sie von den niedrigen Zinsen profitieren: der durchschnittliche Baufinanzierungs-Zins liegt bei 1,5 Prozent. Der Nachteil: Gerade in Ballungszentren sind die Preise schon stark gestiegen. Fachleute geben zu bedenken, dass man sich mit einer selbst genutzten Immobilie für lange Zeit und an einen festen Ort bindet, und das zu hohen Kosten.

Immer dran denken: Der Kauf oder Bau einer Immobilie ist das größte Finanzrisiko im Leben eines Menschen. Die entscheidende Frage ist, ob man den Kredit auch tragen kann, wenn in zehn Jahren eine Anschlussfinanzierung zu dann höheren Zinsen anfällt. Gerade wer monatlich nicht viel tilgen kann, für den ist Mieten auf Dauer möglicherweise günstiger.

6. Konsum ist keine Lösung

Ein neues Auto, eine schöne Reise: Manche Experten empfehlen Verbrauchern, ihr Geld lieber auszugeben, als es für null Prozent anzulegen. Herrmann hält das für einen schlechten Rat: "Das ist zu kurz gedacht, die meisten Bürger werden definitiv eine Lücke in der Altersversorgung haben, die sie absichern müssen", sagt er. Statt in Konsum sollten sie besser in die eigene Zukunft investieren. Denn das künftige Arbeitseinkommen ist ein wichtiger Teil des eigenen Vermögens. Die Devise lautet: Fortbildung statt Flatscreen.

© SZ vom 23.05.2016/vit
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