Elfriede Jelinek

Die österreichische Autorin Elfriede Jelinek ist eine schüchterne Frau. Als die 61-Jährige vor vier Jahren die freudige Nachricht aus Stockholm erhielt, verschanzte sie sich in ihrer Wohnung in Wien. Sie traute sich nicht mehr, wie bisher mit der U-Bahn zu fahren. Sie reiste nicht einmal nach Schweden, um den Preis persönlich entgegen zunehmen, sondern sendete eine Videobotschaft. Zuwider waren ihr die ganzen Glückwünsche .

Zu neuer Einsamkeit verhalf ihr ausgerechnet das Preisgeld: "Ich fahre dauernd nur Taxi, muss mich aber noch daran gewöhnen, dass ich mir das jetzt leisten kann", sagte Jelinek. Den größten Teil ihrer Million sparte sie aber pflichtbewusst für ihre eigene Altersvorsorge: Sie brauche das Geld "für das Alter und den Wahnsinn", teilte Jelinek mit. Zu schrecklich sind die Erinnerungen an die letzten Jahre ihrer Eltern: Der Vater, ein erfolgreicher Chemiker, starb in einer Irrenanstalt. Die Mutter wurde fast 100 Jahre alt, und ließ Tochter Elfriede "bis zum Tod nicht aus den Klauen."

Foto: ddp

10. Oktober 2008, 14:372008-10-10 14:37:00 ©