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Gehälter:Dax-Vorstände verdienen bis zu 141 Mal so viel wie ihre Angestellten

VW Betriebsversammlung Matthias Müller spricht VW Betriebsversammlung 2016

Die Chefs und das Fußvolk: Bei Volkswagen ist die Schere zwischen Vorstands- und Mitarbeiterbezügen besonders eklatant.

(Foto: imago/regios24)

Die Gehaltsunterschiede zwischen Vorstand und Belegschaft sind bei den Dax-Konzernen teils enorm: Ganz vorne liegt VW - dicht gefolgt von der Post.

Vorstände großer Konzerne sehen sich gehaltstechnisch in einer Liga mit Fußballstars, Top-Musikern und Spitzenschauspielern. Dass dabei nach Ansicht von Kritikern das Gefüge im Unternehmen mitunter völlig aus dem Ruder läuft, spielt kaum eine Rolle.

Wie groß der Abstand zwischen Führungsspitze und Angestellten tatsächlich ist, hat nun die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung untersucht ( PDF). Immerhin: Das Verhältnis hat sich zuletzt leicht verringert. Im Schnitt verdiente ein Dax-Vorstand im Jahr 2014 rund 57 Mal so viel wie seine Angestellten. 2011 lag dieser Wert bei 62.

An der Spitze der Liste steht VW: Dort verdienten die neun Vorstandsmitglieder im Durchschnitt das 141-fache eines Angestellten. Laut den Autorinnen der Studie hängt der große Gehaltsunterschied auch damit zusammen, dass VW im Untersuchungszeitraum von 2005 bis 2014 überdurchschnittlich viele Menschen eingestellt hat. Viele davon im Ausland und mit geringen Löhnen.

Hinter VW folgt die Deutsche Post auf dem zweiten Platz. Dort verdienten die Vorstände 2014 das 132-fache eines durchschnittlichen Angestellten. Dieser Wert hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt. Als einen Grund dafür nennen die Autorinnen einen starken Jobabbau bei der Post in Deutschland und teure Vorstandswechsel. Auf Platz drei liegt Adidas (116-fach), auch hier ist der Unterschied in den vergangenen Jahren größer geworden.

Am geringsten ist der Unterschied zwischen Vorstands- und Durchschnittsgehalt beim Kosmetikkonzern Beiersdorf. Dort verdient ein Manager "nur" das 17-Fache der durchschnittlichen Angestellten. Knapp davor liegt die Commerzbank mit dem Faktor 18 auf dem vorletzten Rang. Allerdings hatte der Gesetzgeber bei dem Geldinstitut die Vorstandsgehälter zeitweise auf 500 000 Euro gedeckelt, nachdem der Staat die Bank mit Hilfsgeldern gerettet hatte.

Keine verpflichtenden Regeln für Manager-Gehälter

In Deutschland gibt es keine verpflichtenden Regeln, wie viel ein Vorstand im Vergleich zu anderen Angestellten verdienen darf. Im Deutschen Corporate Governance Kodex, einer Art Leitfaden für gute Unternehmensführung, ist nur festgelegt, dass Firmen bei der Bemessung der Vorstandsgehälter das Verhältnis zu anderen Angestellten berücksichtigen sollen. Diese Empfehlung ist nicht bindend, Abweichungen müssen aber begründet werden.

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Basis für die Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung waren die in den jeweiligen Geschäftsberichten ausgewiesenen Personalkosten abzüglich der Vorstandsgehälter.