80-Milliarden-Gebot für Time Warner:"Bezahlsender-Gruppe auf Weltniveau"

Zuletzt ist der Sender stark gewachsen und erzielte im vergangenen Jahr operativ einen Gewinn, er steckt allerdings noch immer in den roten Zahlen. Durch den Kauf der beiden Sender würde BSkyB zwei neue Länder erschließen und die Kundenzahl von 15 auf 23,5 Millionen steigern. Sollte das Geschäft zustande kommen, hat es BSkyB zufolge "das Potenzial, eine Bezahlsender-Gruppe auf Weltniveau zu schaffen" - ähnlich wie das amerikanische Vorbild HBO, das künftig ebenfalls Murdoch gehören könnte.

Manager, die für Sky Deutschland tätig sind, sehen gute Gründe für Murdochs Pläne neben dem frischen Geld für die Time-Warner-Übernahme: Zum einen könne ein größerer Bezahl-Fernsehsender im Wettbewerb gegenüber Konkurrenten wie der französischen Canal+ Group oder Telefónica selbstbewusster auftreten. Zum anderen würde das neue Volumen hinter der Marke Sky vermutlich auch an der Börse mit mehr Aufmerksamkeit behandelt.

Murdoch beunruhigt außerdem, dass von der einen Seite Infrastrukturanbieter wie Comcast in die Produktions- und Sender-Industrie drängen. Der Kabelnetzbetreiber Comcast hat gerade NBC Universal übernommen. Auf der anderen Seite stehen die Großkonzerne der digitalen Welt auf - unter anderem Google und Amazon - und versuchen, eigene Filme und Serien zu finanzieren - mit angeschlossenem Download-Betrieb. Sich als klassischer Sender wie Fox nur auf den Ausbau im Netz zu konzentrieren, reicht nicht mehr, wenn Onlinehandel, Suchmaschine und Kabelnetzbetreiber den Konsum von Medien auch über Inhalte steuern wollen.

In der Kalkulation, wie er die 80 Milliarden Dollar aufbringen könnte, hat Murdoch wahrscheinlich auch den Verkauf von CNN eingerechnet. Auf den konservativen Nachrichtensender Fox News wird der Medienunternehmer nicht verzichten wollen, kartellrechtlich wäre es aber kaum möglich, beide News-Kanäle zu besitzen. Murdoch dürfte CNN an einen anderen Medienkonzern weiterreichen, was Milliarden einbrächte.

Gerüchte, er würde auch gern den Verlag Tribune kaufen, zu dem die Los Angeles Times gehört, beendete Murdoch vergangene Woche via Twitter. "Sorry, kann die Trib-Gruppe oder die LA Times nicht kaufen", twitterte er. Schuld seien seiner Ansicht nach überholte Gesetze, die verbieten, dass Unternehmern im gleichen Markt TV-Sender und Zeitungen gehören.

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