Süddeutsche Zeitung

Mehrwertsteuer:84 Prozent der Gastronomen haben seit Januar die Preise erhöht

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Die Hälfte der Betriebe meldet weniger Gäste, sinkende Umsätze und weniger Gewinn, seit die Mehrwertsteuer wieder von sieben auf 19 Prozent gestiegen ist.

Zum Ende der Steuererleichterungen im Gastgewerbe haben gut acht von zehn Unternehmen die Preise erhöht. "Nach vier Verlustjahren ließen die massiv gestiegenen Kosten den Betrieben keine andere Wahl, als die Preise anzupassen", sagte der Präsident des Branchenverbands Dehoga, Guido Zöllick, am Montag. Fast 84 Prozent hätten ihre Preise angehoben, gut 16 Prozent noch nicht, hieß es zu einer Umfrage unter 3175 Firmen. Die Hälfte der Betriebe meldet demnach weniger Gäste, sinkende Umsätze und weniger Gewinn, seit die Mehrwertsteuer im Januar 2024 nach Ende staatlicher Hilfen von sieben wieder auf 19 Prozent kletterte. "Viele Betriebe spüren eine wachsende Preissensibilität und Konsumzurückhaltung der Gäste", sagte Zöllick.

Gastronomen und Hoteliers setzten laut Umfrage im März durchschnittlich 5,7 Prozent weniger um als im Vorjahr. Auch das so wichtige Ostergeschäft lief nur verhalten. Je 36 Prozent der Betriebe berichteten von einem "guten bis sehr guten Verlauf" und "befriedigenden" Verlauf. Gut 28 Prozent bewerteten ihre Geschäfte mit "schlecht bis sehr schlecht". Denn für die meisten Betriebe lief das Ostergeschäft (57 Prozent) schlechter als im Vorjahr, nur 9,7 Prozent verbuchten bessere Geschäfte.

In den nächsten drei Monaten rechnen 45,1 Prozent der Betriebe damit, dass sich ihre wirtschaftliche Situation weiter verschlechtert, nur 15,5 Prozent setzen auf Besserung. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) rief erneut nach Unterstützung der Politik. "Wir erwarten dringend Maßnahmen zur Entlastung und Stärkung der Betriebe", sagte Zöllick. Dazu gehörten Bürokratieabbau, mehr Flexibilität für die Unternehmen und einheitlich sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Essen. Denn die Betriebe müssten neben fehlenden Umsätzen auch steigende Kosten wegstecken - bei Lebensmitteln (+16,2 Prozent), Getränken (+12,2 Prozent) und beim Personal (+13,9 Prozent).

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SZ/rtr/cku
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