EnergieHaushalte spüren bislang nichts von der Gas-Krise

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Ein Gaszähler in einem  Privathaushalt: Die Gasrechnungen sind bislang unverändert.
Ein Gaszähler in einem  Privathaushalt: Die Gasrechnungen sind bislang unverändert. Bernd Weißbrod/dpa

Bislang haben sich trotz des Iran-Kriegs die Gaspreise für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht geändert. Das Vergleichsportal Verivox hält sogar Tarifsenkungen für möglich.

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Die gestiegenen Großhandelspreise wegen der angespannten Lage im Nahen Osten haben sich laut Berechnungen des Vergleichsportals Verivox bislang kaum auf die Gasrechnungen der Haushalte in Deutschland ausgewirkt. Komme es nicht zu Preiserhöhungen, könnten Millionen Gaskunden im laufenden Jahr sogar mit sinkenden Kosten im Vergleich zum Vorjahr rechnen, heißt es in einer Analyse des Vergleichsportal Verivox.

So würden in der Grundversorgung für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden bei derzeitigen Preisen die jährlichen Durchschnittskosten von 2802 Euro im Jahr 2025 auf 2687 Euro im laufenden Jahr sinken, also um 4,1 Prozent. Davon würden rund 3,7 Millionen Haushalte profitieren, so Verivox.

Wer sein Gas vom regionalen Versorger über einen Sondertarif erhält, kann laut der Analyse ebenfalls mit einer Preissenkung rechnen, Preisstabilität vorausgesetzt. Dort könnten die durchschnittlichen Jahreskosten für den günstigsten lokalen Sondertarif um 3 Prozent sinken, von 2292 Euro auf 2223 Euro. Dies gelte für rund 7,5 Millionen Haushalte.

Auch der Energiewirtschaftsverband BDEW sieht bislang keine Auswirkungen der Krise in derzeit laufenden Tarifen, bei denen es zum Jahresbeginn Änderungen gab oder ein zeitlich fixierter Festpreis vorliegt. Für Neukunden sei der durchschnittliche Gaspreis für Haushaltskunden allerdings angestiegen – seit Jahresbeginn um 10,5 Prozent auf rund 12,3 Cent je Kilowattstunde.

Bundesnetzagentur empfiehlt, regelmäßig die Preise zu prüfen

Die Großhandelspreise waren im Zuge des Iran-Kriegs von rund 30 Euro auf bis zu 66 Euro je Megawattstunde gestiegen. Am vergangenen Freitag lagen sie bei rund 41 Euro. Steigende oder fallende Preise an den Großhandelsmärkten wirken sich laut BDEW nicht unmittelbar auf bestehende Haushaltsverträge aus, da Energieversorger ihre Beschaffung in der Regel langfristig planen und absichern. „Die jüngsten Preissteigerungen am Großhandelsmarkt infolge des Nahost-Konflikts sind bislang bei vielen Haushalten noch nicht angekommen“, erklärte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. „Die meisten Versorger beschaffen das Gas für ihre Bestandskunden langfristig und können so kurzfristige Preisschwankungen abfedern.“ Es sei aber möglich, dass einzelne Versorger bis Jahresende noch Preisanpassungen vornähmen.

Das Vergleichsportal wies darauf hin, dass das Preisniveau der örtlichen Versorger oft deutlich über dem der überregionalen Anbieter liegt. Koste eine Kilowattstunde Gas beim örtlichen Versorger aktuell im günstigsten Sondertarif 11,4 Cent, koste der günstigste Laufzeittarif bei einem überregionalen Versorger derzeit im Schnitt 9,3 Cent. Verbraucherzentralen und Bundesnetzagentur empfehlen, regelmäßig Tarifwechsel zu prüfen. „Je mehr Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit eines Lieferantenwechsels nutzen, desto stärker kommt es insgesamt zu Wettbewerb im Markt“, heißt es bei der Bundesnetzagentur.

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