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Galaxy-Hersteller aus Korea:Samsung wird zur Nummer eins auf dem Handymarkt

Selbst Apples iPhone kann mit den Galaxy-Handys von Samsung nicht mithalten: Die Koreaner verkaufen enorm viele Geräte und sichern sich die Vorherrschaft auf dem Smartphonemarkt. Unterm Strich verdrängt Samsung nun den angeschlagenen Handyhersteller Nokia von dessen langjähriger Vormachtstellung auf dem Mobilfunkmarkt.

Der Kampf um die Vorherrschaft am Mobilfunkmarkt wird über Smartphones entschieden - und da liegt der Elektronikonzern Samsung Electronics klar vorne. Sein Galaxy-Smartphone findet reißenden Absatz. Somit verwies das südkoreanische Unternehmen den bislang weltgrößten Handy-Hersteller Nokia und den US-Konzern Apple mit dessen iPhone auf die Plätze und erzielte im ersten Quartal einen Rekordgewinn von etwa 3,7 Milliarden Euro.

Das ist fast doppelt so viel wie noch vor einem Jahr und so viel wie noch nie in einem Quartal. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf mehr als 30 Milliarden Euro. Die Telekommunikationssparte, die für die erfolgreichen Smartphones und Tablets der Galaxy-Reihe verantwortlich ist, arbeitet hoch profitabel: Sie trug zwar nur zur Hälfte zum Umsatz, aber fast drei Viertel zum Gewinn bei. Besonders erfolgreich sind den Angaben zufolge das Galaxy S II sowie das Galaxy Note, eine Mischung aus Smartphone und Tablet.

Die Koreaner machten keine genauen Angaben zur Zahl der ausgelieferten Handys, Experten von Strategy Analytics gehen aber von insgesamt 93,5 Millionen verkauften Geräten in den ersten drei Monaten des Jahres aus - das entspricht einem Marktanteil von 25,4 Prozent. Damit hätte Samsung die 14-jährige Vorherrschaft von Nokia beendet: Die Finnen verkauften nur 82,7 Millionen Geräte, ein Anteil von 22,5 Prozent. Apple kam auf 9,5 Prozent.

Im boomenden Smartphone-Markt setzte sich den Experten zufolge Samsung mit 44,5 Millionen verkauften Multifunktionsgeräten und einem Marktanteil von 30,6 Prozent vor Apple mit 35,1 Millionen abgesetzten Smartphones und einem Marktanteil von 24,1 Prozent. "Samsung und Apple haben die meisten großen Wettbewerber überholt, und der Smartphone-Markt läuft Gefahr, ein Zweier-Rennen zu werden", sagte Neil Mawston, Analyst von Strategy Analytics.

An dem Quasi-Duopol wird sich Experten zufolge im laufenden Jahr wohl auch nicht viel ändern. Sowohl Samsung als auch Apple warten in Kürze mit neuen Modellen auf. Mit einer aufpolierten Version seines Flaggschiffes Galaxy S will Samsung nun vor den Olympischen Sommerspielen den Absatz von Smartphones weiter ankurbeln. Die dritte Version des Geräts soll kommende Woche in London und damit früher als das neue iPhone von Apple auf den Markt kommen.

"Wir erwarten sehr starke Nachfrage nach dem Galaxy S 3", sagte Samsung-Manager Robert Yi. Der Gewinnanstieg der Handysparte könne sich im Laufe des Jahres mit der Markteinführung des iPhone 5 allerdings verlangsamen, sagt Brian Park, ein Analyst von Tong Yang Securities.

"Samsungs Smartphone-Erfolg im ersten Quartal war die Kehrseite von Nokias Enttäuschung", sagte CLSA-Analyst Matt Evans. Der finnische Konkurrent musste zum Jahresbeginn einen Verlust von fast einer Milliarde Euro vermelden. Trotz aller Anstrengungen schafft es Nokia nicht, mit den Konkurrenten auf dem Smartphone-Markt Schritt zu halten.

Linktipp: Das Wall Street Journal berichtet in seinem Korea-Blog häufig über Samsung, etwa über einen momentanen Clinch der Eigentümerfamilie.

© Reuters/AFP/bero/bbr
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