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G-20-Gipfel in London:Kontrolle über alles

Wie können Finanzkrisen künftig vermieden werden? Die Politiker auf dem G-20-Gipfel setzen auf eine umfassende Regulierung der Finanzmärkte.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) fordert vom Londoner G-20-Gipfel klare Beschlüsse zur Regulierung der Finanzmärkte. Kein Finanzmarkt dürfe künftig unreguliert und unbeaufsichtigt bleiben, sagte Steinbrück am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Peer Steinbrück: Beim Thema Kontrolle "hat sich ein Gesinnungswandel bei den Amerikanern sehr stark bemerkbar gemacht".

(Foto: Foto: Reuters)

Das sei das wichtigste Ziel des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer, der derzeit in der britischen Hauptstadt stattfindet. Auch Hedgefonds, Versicherungen und Ratingagenturen müssten Kontrollen unterzogen werden.

"Hier hat sich ein Gesinnungswandel bei den Amerikanern sehr stark bemerkbar gemacht." Bei ihnen wie auch bei den Briten wachse die Erkenntnis, dass sich die bisherigen Exzesse und Übertreibungen an den Finanzmärkten nicht wiederholen dürften und Verkehrsregeln für die Märkte erforderlich seien.

Kein neues Konjunkturpaket

Die neue US-Regierung verfolge das Ziel von Kontrollen und den Kampf gegen Steueroasen konsequenter als ihre Vorgängerin. Ihm komme es beim Gipfel auch auf eine Einigung im Kampf gegen Steuerparadiese an. Er werde in dieser Frage hart bleiben, sagte Steinbrück.

Die Industriestaaten und die wichtigsten Schwellenländer haben unterdessen am Donnerstag in London ihre Beratungen über die Grundzüge einer neuen Weltfinanzordnung fortgesetzt.

Auf Einladung des britischen Premierministers Gordon Brown konferieren die Staats- und Regierungschefs der G-20-Staaten über eine bessere Kontrolle der Finanzmärkte und die Verhinderung künftiger Krisen.

In einem Entwurf des Abschluss-Kommuniqués ist bislang unter anderem eine bessere Kontrolle von hochspekulativen Finanzgeschäften sowie eine bessere Mittelausstattung des Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgesehen.

Am Mittwoch wurde der Gipfel in der Londoner Innenstadt von heftigen Protesten begleitet, dabei kam ein Mensch ums Leben. Auch für den Donnerstag sind wieder Demonstrationen angesagt.

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