Bei der Staatsanwaltschaft München ist eine erste Strafanzeige gegen die Geschäftsführer der FTI Touristik GmbH eingegangen. Dies teilte eine Sprecherin auf Nachfrage mit. Die FTI Group wird von Firmenchef Karl Markgraf sowie Finanzchef Lars Creutzmann geführt. „Wir beobachten die Situation rund um FTI mit Interesse, insbesondere die diesbezügliche Berichterstattung“, so die Sprecherin. Eine Anzeige bedeute aber nicht ohne Weiteres, dass Ermittlungen aufgenommen werden.
Dass die Staatsanwaltschaft den Fall prüft, ist bei Firmeninsolvenzen üblich. Wie die Sprecherin erläutert, wird auch ohne Strafanzeige bei allen Firmeninsolvenzen, also wenn ein Insolvenzverfahren beim Zivilgericht eröffnet wird, die Staatsanwaltschaft benachrichtigt. Diese starte daraufhin sogenannte Vorprüfungen. Nach diesen Vorprüfungen werde entschieden, ob ein Ermittlungsverfahren einzuleiten ist.
Dass FTI in finanziellen Schwierigkeiten steckte, war in Branchenkreisen schon lange bekannt gewesen. Diese zeigten sich unter anderem darin, dass der Münchner Reiseveranstalter anders als Marktführer Tui sowie die Lufthansa bis zur Insolvenzanmeldung nur einen kleinen Teil seiner Corona-Staatshilfen zurückgezahlt hatte.

