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Ulf Schneider:Nestle kürt Fresenius-Lenker Schneider zum neuen Chef

Bilanz Fresenius

Na dann Prost: Fresenius-Chef Ulf Schneider verlässt die Firma.

(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)
  • Ulf Schneider, der bisherige Chef des Gesundheitskonzerns Fresenius, lenkt von Januar 2017 an Nestle.
  • Der 50-jährige Schneider hatte erst am Wochenende sein Ausscheiden bei Fresenius bekanntgegeben.
  • Schneider hatte die Geschicke des Unternehmens mehr als 13 Jahre geleitet und das Geschäft dabei deutlich ausgebaut.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé bekommt einen neuen Chef, und der stammt aus Deutschland. Er hat allerdings auch einen amerikanischen Pass. Ulf Schneider, der bisherige Chef des Gesundheitskonzerns Fresenius, übernimmt von Januar 2017 an den Posten in Vevey. Schneider folgt auf Paul Bulcke, der den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen soll. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, fange Schneider schon am 1. September bei Nestlé an, teilte Nestlé am Montagabend mit. Vorgänger Bulcke wiederum soll auf der Hauptversammlung am 6. April 2017 in sein neues Amt gewählt werden. Er beerbt Peter Brabeck-Letmathe, der sich laut Nestlé nicht erneut zur Wahl stellt.

Der 50-jährige Schneider hatte erst am Wochenende sein Ausscheiden bei Fresenius bekanntgegeben. Er hatte die Geschicke des Unternehmens mehr als 13 Jahre gelenkt und das Geschäft dabei deutlich ausgebaut. Heute hat das Dax-Unternehmen 200 000 Mitarbeiter und macht rund 28 Milliarden Euro Umsatz. Es ist vor allem Schneiders Verdienst, dass die Firma aus Bad Homburg so groß geworden ist. Schneider wird bereits Ende der Woche Fresenius verlassen. Der Hobby-Fotograf steht seit dem 28. Mai 2003 an der Spitze des Konzerns. Damit war er einer der am längsten amtierenden Chefs eines Dax-Unternehmens. Während seiner Amtszeit haben sich die Umsätze in etwa vervierfacht.

Bei Fresenius ist Kontinuität Trumpf. Nachfolger von Schneider wird Stephan Sturm, 52, der bisherige Finanzvorstand, er ist dann erst der sechste Chef in der 104-jährigen Geschichte. Er sei "genau der Richtige", hieß es in Bad Homburg, denn er kenne das Unternehmen gut und habe den Wachstumskurs mit begleitet. Der ehemalige Investmentbanker Sturm heuerte 2005 bei Fresenius an, damals schlug ihm Skepsis entgegen, weil er nicht vom Fach war. Doch zusammen mit Schneider stemmte er mehrere Milliardenübernahmen, unter anderem wurden Krankenhäuser von Rhön-Klinikum übernommen. Sturm hat eigentlich gar keine Lust, im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit zu stehen. Ihm liege es mehr, im Hintergrund Geschäfte einzufädeln und für Fresenius bei der Finanzierung das Optimum herauszuholen. "Meister der Anleihen" hat ihn Schneider einmal genannt. Begleiter beschreiben ihn als harten Arbeiter, der auch seinen Mitarbeitern viel abverlange.

Fresenius ging einst aus der Frankfurter Hirsch-Apotheke hervor und ist heute eine globale Gruppe in der Gesundheitsbranche. Der Konzern ist der größte private Klinikbetreiber in Europa, er stellt flüssige Nachahmermedikamente her, die Tochter Fresenius Medical Care (FMC), die ebenfalls im Dax notiert ist, ist die umsatzstärkste Dialysefirma der Welt. Die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung ist Großaktionärin von Fresenius.