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Freihandelsabkommen zwischen USA und EU:Immer mehr Deutsche sehen TTIP negativ

Teile von TTIP-Papieren sollen veröffentlicht werden

Vor zwei Jahren überwogen für knapp ein Drittel der Befragten noch die positiven Aspekte.

(Foto: dpa)
  • Im ARD-Deutschlandtrend sagten 70 Prozent der Befragten, sie sähen das Freihandelsabkommen TTIP negativ.
  • Seit der letzten Befragung im Jahr 2014 ist die Ablehnung stark gestiegen.

Die Mehrheit der Deutschen betrachtet das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA einer Umfrage zufolge negativ. Im ARD-Deutschlandtrend sagten 70 Prozent der Befragten, das Abkommen bringe für Deutschland überwiegend Nachteile. Nur 17 Prozent waren der Meinung, die Vorteile von TTIP würden überwiegen, 13 Prozent gaben keine Einschätzung ab.

In der Umfrage gaben vier von fünf (79 Prozent) Befragte an, sie haben die Sorge, TTIP könne den Verbraucherschutz in Deutschland schwächen. Ebenso viele waren der Ansicht, die Geheimniskrämerei bei den Verhandlungen zwischen Brüssel und Washington sei die falsche Vorgehensweise.

Die Vorbehalte gegen das geplante transatlantische Freihandelsabkommen haben in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen. Noch 2014 sahen laut Deutschlandtrend 55 Prozent vor allem Nachteile. Für knapp ein Drittel der Befragten überwogen damals noch die positiven Aspekte.

Für den jüngsten Deutschlandtrend ließ die ARD Anfang dieser Woche gut eintausend zufällig ausgewählte Menschen per Telefon befragen.

Die kürzliche Veröffentlichung geheimer TTIP-Verhandlungspapiere, über die die Süddeutsche Zeitung in dieser Woche ausführlich berichtete, könnten Einfluss auf die Befragten gehabt haben. In den Papieren, die bis zuletz nicht von der Öffentlichkeit eingesehen werden konnten, wurde deutlich, wie stark der Druck ist, den die US-Regierung auf die EU macht.

Washington droht damit, Exporterleichterungen für Europas Autoindustrie zu blockieren, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Gleichzeitig attackieren die Amerikaner das grundlegende Vorsorgeprinzip beim europäischen Verbraucherschutz.

© SZ.de/AFP/pram/tamo
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