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Freihandelsabkommen Nafta:Kanada bietet Trump besseren Zugang zum Milchmarkt

A farmer feeds calves in a barn at a dairy farm in South Mountain

Ein Milchbauer aus Ontario füttert seine Kühe

(Foto: CHRIS WATTIE/Reuters)
  • Kanada könnte Donald Trump im Streit um das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta entgegenkommen.
  • Das Land sei bereit, seinen Milchmarkt stärker für Importe zu öffnen, schreibt die kanadische Zeitung Globe and Mail.

Die kanadische Regierung ist offenbar zu Zugeständnissen an US-Präsident Donald Trump bereit, um in der gemeinsamen Freihandelszone mit den USA und Mexiko verbleiben zu können. Die Regierung in Ottawa wolle ihren staatlich geschützten Milchmarkt stärker für Landwirte aus den USA öffnen, berichtet die kanadische Zeitung Globe and Mail.

Im Gegenzug möchte das Land einige Punkte durchsetzen: Kanada pocht darauf, die Regeln beim Schutz von geistigem Eigentum zu erhalten. Die kanadische Kultur- und Fernsehbranche soll geschützt werden. Außerdem soll die Praxis der Schiedsgerichte beibehalten werden, denn sie helfe kanadischen Nadelholz-Unternehmen gegen die US-Konkurrenz.

Komplett abrücken vom Schutz seiner Landwirtschaft wird Kanada allerdings voraussichtlich nicht. Man werde dieses System verteidigen, hat Premierminister Justin Trudeau gerade erst öffentlich betont.

Trump hatte Kanada immer wieder für den Schutz seiner Milchindustrie attackiert. Das kanadische System ähnelt der abgeschafften Milchquote der Europäischen Union. Außerdem gelten strenge Einfuhrbeschränkungen, die ausländische Konkurrenten fernhalten sollen. Trump hält das für unfair. Auch im Freihandelsabkommen zwischen Kanada und der EU (Ceta) hatte Kanada in diesem Punkt Zugeständnisse gemacht und dafür seine Bauern finanziell entschädigt.

Trump hatte am Montag eine mögliche Reform des des 1994 geschlossenen Nafta-Abkommens präsentiert, auf dass sich die USA und Mexiko geeinigt haben. Nun verhandeln Washington und Ottawa. Sollten sich die Nachbarländer nicht einigen, könnten die USA Nafta kündigen und ein bilaterales Handelsabkommen mit Mexiko schließen. Dazu braucht Trump die Zustimmung des Kongresses.

© SZ.de/jps/bbr
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