Delfine und Thunfische haben einander gern. Die Tiere schwimmen zusammen, vor allem im Pazifischen Ozean westlich von Mexiko findet sich fast immer ein großer Schwarm Gelbflossen-Thunfische in der Nähe der Delfine. Warum das so ist, ist nicht komplett erforscht. Aber es ist ein Todesurteil für beide Arten. Meist sind Delfine und Wale Kollateralschäden des Fischfangs. Sie verirren sich in Netze und verenden. Bei den befreundeten Delfinen und Thunfischen im Westen Mexikos ist das anders. Fischer erspähen die Delfine, die zum Atmen auftauchen, treiben sie mit Schnellbooten zusammen, lassen riesige ringförmige Netze um sie herum ins Wasser und ziehen den Netzring zu. Ringwadenfischerei nennt man das. Die Fischer fangen beide Tiere gemeinsam. Zwischen den 1950er- und frühen 1990er-Jahren sind dabei mehr als sechs Millionen Delfine gestorben, die höchste Zahl der Beifang-Opfer. Zum Vergleich: Im gesamten 20. Jahrhundert haben kommerzielle Fischer rund zwei Millionen Wale getötet.
Freihandel:Mexiko klagt gegen Delfin-Siegel für Thunfisch
Ein Arbeiter in Mexiko schneidet einen gefrorenen Thunfisch. Die Branche exportiert kaum in die USA.
(Foto: Susana Gonzalez/Bloomberg)- Mexiko hat erfolgreich gegen ein Delfinschutz-Siegel geklagt.
- Der Fall zeigt die Macht des Freihandels.
Von Kathrin Werner, New York
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