Frauen in Vorständen:In den Topetagen tut sich was

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Bei börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Firmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern muss bei Neubesetzungen seit August 2021 darauf geachtet werden, dass mindestens eine Frau im Vorstand sitzt.

(Foto: imago/Westend61)

In den 160 Unternehmen der Dax-Familie ist der Frauenanteil in Vorständen so hoch wie nie zuvor.

In den Topetagen börsennotierter deutscher Unternehmen gibt es so viele Frauen wie nie zu zuvor. Nach einer Auswertung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY erhöhte sich die Zahl weiblicher Vorstandsmitglieder in den 160 Unternehmen der Dax-Familie um 20 auf 94 Top-Managerinnen. Es war der höchste Wert und der stärkste Anstieg seit Beginn der Auswertung im Jahr 2013. In gut der Hälfte der untersuchten Firmen saß zum Stichtag 1. Januar 2022 allerdings noch immer keine einzige Frau im Führungsgremium. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland zudem weiter hinterher.

"Die deutschen Vorstandsgremien werden weiblicher, aber der Wandel findet sehr langsam statt. Derzeit sieht sich im Durchschnitt eine Frau sechs Männern gegenüber", sagt EY-Experte Markus Heinen. Zudem steht in nur neun Unternehmen eine Managerin an der Vorstandsspitze. Heinen geht jedoch davon aus, dass aufgrund der seit August 2021 gültigen Frauenquote für Vorstände der Anteil weiblicher Führungskräfte weiter steigen wird.

Bei börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Firmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern muss bei Neubesetzungen nun darauf geachtet werden, dass mindestens eine Frau im Vorstand sitzt. Andere börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen, die nicht unter die Mindestvorgabe fallen, müssen begründen, wenn sie ihren Vorstand ohne Frauen planen - wenn sie also eine "Zielgröße Null" in ihren Berichten angeben. Geschieht das nicht, drohen Bußgelder.

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland nach einer im Oktober veröffentlichten Untersuchung der gemeinnützigen Allbright-Stiftung weiter hinterher. In den 30 Börsenschwergewichten in den USA lag der Frauenanteil zum Stichtag 1. September 2021 demnach bei 31,1 Prozent, gefolgt von Großbritannien (27,4 Prozent) und Schweden (27,1 Prozent). In Deutschland lag der Anteil bezogen auf den damals nur 30 Unternehmen umfassenden Dax bei etwa 18 Prozent. Wie auch bei der Digitalisierung brauche es einen Aufbruch, der die deutsche Wirtschaft voranbringe, "und dazu braucht es einen deutlich höheren Frauenanteil in den Vorständen", mahnen die Geschäftsführer der Allbright-Stiftung, Wiebke Ankersen und Christian Berg.

Am höchsten ist der Anteil weiblicher Führungskräfte EY zufolge in der obersten deutschen Börsenliga mit 18,1 Prozent. In 78 Prozent der mittlerweile 40 Dax-Konzerne entscheidet mindestens eine Frau in der Topetage mit. Nur noch 22 Prozent der Dax-Mitglieder haben kein weibliches Vorstandsmitglied. Deutlich geringer ist die Präsenz von Top-Managerinnen in Firmen, die im M-Dax oder S-Dax notiert sind. Im Index der mittelgroßen Werte M-Dax liegt der Frauenanteil im Vorstand bei 11,1 Prozent, im S-Dax bei 10,8 Prozent. In jeweils gut 60 Prozent der Firmen der Indizes sitzen nur Männer im Führungsgremium.

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