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Schweizer Franken:Die Schweiz verkleinert ihre Geldscheine

  • Die Schweiz will ihre Banknoten handlicher machen.
  • Wer viel Bargeld transportiert, muss künftig also weniger schwer tragen.

Angenommen, Sie müssen eine große Summe Geld transportieren. Sagen wir: Eine Milliarde Dollar. Wenn Sie das Geld in US-Dollar abholen, wird es umständlich. Wahrscheinlich müssen Sie einen Lieferwagen mieten. Sie benötigen mehr als zehn Kisten, die jeweils einen Kubikmeter Scheine fassen. In diesem Fall 100-Dollar-Scheine, denn das ist die höchste Note, die das amerikanische Währungssystem zu bieten hat. Daher empfiehlt es sich, auf eine andere Währung umzusteigen. Euro zum Beispiel. Hier gibt es 500er Noten, mit zwei Kisten und einer großen Tüte vom Discounter sind Sie dabei. Noch komfortabler wird es, wenn Sie sich die Milliarde in Schweizer Franken auszahlen lassen. Eine Kiste 1000-Franken-Scheine, dazu ein Rucksack - das lässt sich mit dem Fahrradanhänger transportieren.

Kein Wunder also, dass die Suchmaschine "Schweizer Franken" so schnell mit dem Wort "horten" verbindet. Ein Großteil des Schweizer Bargeldwertes wird in 1000-Franken-Noten gehalten. Die im Umlauf befindlichen Tausender waren Ende 2015 45 Milliarden Franken (etwa 40 Milliarden Euro) wert. Seither dürfte die Zahl gestiegen sein. Die Negativzinsen, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) 2015 eingeführt hatte, macht Bargeld attraktiv. Nicht nur in der Schweiz. Doch während einige EU-Länder als Maßnahme gegen organisierte Kriminalität, Geldwäsche und Terror Obergrenzen beim Barzahlen haben, heißt es bei der SNB: großer Wert, kleine Scheine.

Vor einigen Tagen stellte die Nationalbank eine neue 50-Franken-Note vor, die anderen Scheine sollen in den nächsten Jahren folgen. Sie sollen "kleiner und handlicher" werden, teilte die SNB stolz mit. Der 1000-Franken-Schein, die wertvollste Banknote, die weltweit von einer Nationalbank ausgegeben wird, soll in Zukunft nicht mehr 181 Millimeter, sondern nur noch 158 Millimeter lang sein.

Eine Einladung an Kriminelle? Die SNB will davon nichts wissen: Der Tausender sei eine "sehr effiziente Note", die "intensiv" genutzt werde - und die es "übrigens seit der Gründung der Schweizerischen Nationalbank im Jahr 1907" gebe. Eine lange Tradition also. An deren Erfolg wird sich so schnell nichts ändern: 2015 stieg die Zahl der 1000-Franken-Scheine um fast 20 Prozent. Bei so großer Nachfrage wollte die SNB vielleicht einfach Papier sparen.

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