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Fracking:Weniger Schiefergas

SZ-Grafik

Zahlenspiele mit Schiefergas: Die für Rohstoffe zuständige Behörde hat ihre Schätzung für die deutschen Vorräte deutlich nach unten korrigiert, immerhin um knapp 40 Prozent. Deutlich wird das aber erst auf den zweiten Blick.

Von Silvia Liebrich

Der erste Eindruck kann täuschen. Das gilt auch für die neue Schätzung der Schiefergasvorräte in Deutschland, die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) vorgelegt wurde. Was auf den ersten Blick frühere Zahlen zu bestätigen scheint, erweist sich auf den zweiten als deutliche Korrektur - und zwar um knapp 40 Prozent nach unten. Das zeigt ein Vergleich mit den Daten von 2012. Im neuen Bericht wird die technisch gewinnbare Menge an Schiefergas maximal auf bis zu 2,34 Billionen Kubikmeter geschätzt, 2012 waren es 2,3 Billionen. Demnach hätte sich fast nichts verändert. Vergleicht man allerdings die realistischeren Mittelwerte, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Anstatt der bisher erwarteten 1,3 Billionen Kubikmeter gehen die BGR-Experten nur noch von 940 Milliarden Kubikmeter Gas aus, das mit Hilfe von Fracking gefördert werden könnte. Erstmals berücksichtigt hat die Behörde dabei Lagerstätten in geringer Tiefe von 500 bis 1000 Meter. Das verbessert die Statistik, ist aber irreführend, weil diese Vorräte zu nahe am Grundwasser liegen. Deren Abbau wäre sehr riskant. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen empfiehlt einen Mindestabstand von 1000 Meter. Ohne Reserven in geringer Tiefe läge der Mittelwert nur bei 800 Milliarden Kubikmeter, das wären 38 Prozent weniger als angenommen (Grafik).

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